In Badesachen vor verschlossener Tür
„Das geht gar nicht“: Hotel in Dubai sperrt Urlauber aus
Aktualisiert am 03.03.2026 – 20:36 UhrLesedauer: 3 Min.

Flug gestrichen, Zimmer abgesperrt: Zwei Urlauber sitzen in Dubai fest. Ihre Tochter kämpft aus Hamburg um Hilfe – doch niemand fühlt sich zuständig.
Als Sylvia und Harald Laube vom Strand zurück ins Hotel kommen, stehen sie plötzlich vor einer verschlossenen Tür. Die Schlüsselkarte funktioniert nicht mehr. Koffer, Kleidung, Papiere – alles liegt im Zimmer. „Sie standen in Badesachen vor der verschlossenen Tür“, sagt ihre Tochter Nicole Stockhausen zu t-online.
Eigentlich wollten die beiden 68-Jährigen am Montag nach zehn Tagen Urlaub nach Deutschland zurückfliegen. Doch der Rückflug wurde gestrichen. Wegen des Iran-Kriegs sind zahlreiche Verbindungen ausgesetzt. Gleichzeitig lief ihre Hotelbuchung aus.
Nach Angaben der Tochter hatte der Reiseleiter zugesichert, das Zimmer werde täglich verlängert. Man müsse sich keine Sorgen machen. Auf diese Zusage hätten sich ihre Eltern verlassen. Doch an der Rezeption hieß es plötzlich: ohne neue Buchung kein Zutritt.
Das Hotel verlange nun einen deutlich höheren Preis, sagt Stockhausen. Für zwei Nächte seien rund 300 Euro mehr fällig gewesen als bei einer kurzfristigen Buchung über ein Onlineportal. Erst nachdem ihre Mutter selbst über Expedia gebucht hatte, bekamen die beiden wieder Zugang. „Ich halte die Abzocke des Hotels für krass. Die Leute in so einer Notsituation auf die Straße zu schmeißen, das geht gar nicht“, sagt Nicole Stockhausen.
Von Hamburg aus beginnt für Stockhausen ein Marathon aus Telefonaten. Sie schreibt dem Reiseleiter auf Englisch, lässt Nachrichten ins Arabische übersetzen und ruft bei der örtlichen Agentur an, die die Betreuung übernommen hat. Eine Mitarbeiterin verspricht, das Hotel zu informieren und die Kostenübernahme zu klären.
Doch es passiert nichts. „Meine Mutter hat fünfmal im Hotel nachgefragt. Es kam keine E-Mail, keine Info“, sagt sie. Der Reiseleiter meldete sich nicht zurück. „Es gibt auf einmal keine Kommunikation mehr. Das ist ein kompletter Zusammenbruch.“
Die Reise war als Pauschalreise gebucht. Veranstalter ist L-Tur, abgeschlossen über das Vergleichsportal Check24. L-Tur habe sie an Check24 verwiesen, berichtet Stockhausen. Dort gebe es keinen direkten Ansprechpartner, nur einen Chatverlauf. „Keiner fühlt sich zuständig.“
Am Dienstag keimte neue Hoffnung auf. Ein Fahrer der Agentur informierte mehrere Gäste, sie sollten zum Flughafen fahren. Eine offizielle Bestätigung der Fluggesellschaft gebe es nicht, sagt Stockhausen. Trotzdem machten sich ihre Eltern mit dem Taxi auf den Weg. Am Flughafen folgte die Enttäuschung: Auch dieser Flug wurde gestrichen.
Der Alltag in Dubai wirkt derweil weitgehend normal: Der „Burj Khalifa“ ist beleuchtet, Geschäfte sind geöffnet, Menschen gehen an den Strand. „Man hört ab und zu Einschläge, aber das Abwehrsystem scheint sehr gut zu sein“, sagt Stockhausen. Angst um ihr Leben hätten ihre Eltern nicht. Trotzdem: „Meine Mutter will nur noch nach Hause.“










