Karl würde bei einem Länderspiel-Einsatz schon jetzt zum jüngsten Nationalspieler seit 115 Jahren werden und den legendären Uwe Seeler auf Rang drei im DFB-Altersranking ablösen. Nach seinen Zaubertoren in der Champions League gegen Brügge und der Liga bei Borussia Mönchengladbach wurde der Ruf schnell laut, dass so einer auch der DFB-Elf aktuell helfen kann.
Primär geht es für Nagelsmann zum Jahresabschluss aber natürlich um das WM-Ticket. Zwei Siege am 14. November in Luxemburg und drei Tage später in Leipzig gegen die Slowakei – und Deutschland ist bei der Endrunde 2026 in den USA, Mexiko und Kanada fix dabei. Aber der Bundestrainer denkt halt auch schon perspektivisch Richtung Sommer.
Nagelsmann mag es, frische Kräfte in den Kader zu nehmen, um zu schauen, wie sich die potenziellen Herausforderer im Kreis der Etablierten präsentieren. Die Mischung macht es dann. Auf keinen Fall ängstlich, devot, aber dennoch dem Teamgefüge angepasst, sollten sie agieren. Nagelsmann schaut genau hin und fällt klare Urteile.
Eine frühe Nominierung bietet auch Gefahren. Nnamdi Collins (21) von Eintracht Frankfurt wurde von Nagelsmann zum Quali-Auftakt in der Slowakei von der U21 gleich in die Startelf befördert und fiel beim 0:2 in Bratislava durch. Bei der letzten WM 2022 war Youssoufa Moukoko als 17-Jähriger der Teenie-Star. Als Karrieremotor diente die frühe DFB-Berufung dem ehemaligen Dortmunder nicht. Er spielt mittlerweile beim FC Kopenhagen.
Karl könnte übrigens schon jetzt bei einer WM mitspielen. Beim gerade laufenden U17-Turnier in Katar. Das Leistungsniveau seiner Altersgenossen ist aber längst nicht mehr sein Maßstab. Schon im Frühjahr hatte der FC Bayern beim DFB hinterlegt, dass Karl für den Profikader eingeplant werde und nicht mehr bei den Junioren mitspielen soll. Nutznießer könnte nun Nagelsmann sein.










