Spritpreise auf Rekordhoch

Wende an der Zapfsäule: Deutsche flüchten aus dem Verbrenner


17.03.2026 – 14:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Umschwung an der Zapfsäule: Der sprunghafte Anstieg der Spritpreise lässt das Interesse an Verbrennungsmotoren einbrechen. (Quelle: Rolf Poss/imago-images-bilder)

An den Tankstellen herrscht Verärgerung, im Netz schlägt die Stimmung radikal um. Neue Daten zeigen: Der Krieg im Iran lässt das Interesse am Verbrenner regelrecht implodieren – während das Elektroauto einen Ansturm erlebt.

Der Konflikt im Iran hat längst die deutschen Tankstellen erreicht – und nun auch die Köpfe der Autokäufer. Eine Auswertung der Plattform Carwow zeigt: Die Nachfrage nach klassischen Verbrennern ist massiv eingebrochen. Während im Februar noch 26 Prozent der Nutzer einen Diesel oder Benziner konfigurierten, sank dieser Wert bis Mitte März auf nur noch 18 Prozent. Im selben Zeitraum stieg das Interesse an Elektroautos von 58 auf 67 Prozent.

„Steigende Ölpreise wirken sich unmittelbar auf das Interesse an Elektroautos aus“, bestätigt Carwow-Chef Philipp Sayler von Amende. Auch der Handel registriert die Veränderung. Andreas Knipp, Geschäftsführer der BYD-Tochter JST, bestätigt das höhere Kundeninteresse an E-Mobilität. Er mahnt jedoch zur Sachlichkeit: „Niemand macht die Anschaffung eines Autos von Tagesnachrichten abhängig.“ Ob aus dem digitalen Interesse auch echte Käufe werden, hänge laut Knipp davon ab, ob die Spritpreise dauerhaft hoch bleiben.

Die Korrelation zwischen Spritkosten und Autokauf ist statistisch belegt. Schon beim Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 sank das Interesse an Diesel-Fahrzeugen stark, als der Literpreis von 1,66 Euro auf 2,14 Euro stieg. Marktanalyst Ulrich Winzen bestätigt diesen Trend, betont aber: Der Ölpreis ist nicht der einzige Grund. Auch staatliche Förderung und das wachsende Modellangebot beeinflussen die Entscheidung der Käufer.

Die aktuellen Klickzahlen im Internet gelten als Indikator für den Markt. Während die Politik Benziner und Diesel mit Gesetzen am Leben erhalten will, orientieren sich Autokäufer derzeit neu. Wenn die Preisrallye anhält, wird sich dieses Umdenken schon bald in den offiziellen Zulassungsstatistiken niederschlagen.

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