„Das sind Justizopfer“

Björn Höcke will „Sächsische Separatisten“ zurückholen


17.08.2026 – 20:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Björn Höcke (Archivbild): Der Thüringer AfD-Chef will den Partei-Ausschluss zu „Sächsischen Separatisten“ korrigieren. (Quelle: IMAGO/xcitepress/Finn Becker)

Die Bundesanwaltschaft wirft den „Sächsischen Separatisten“ Pläne für einen gewaltsamen Umsturz vor. Björn Höcke verteidigt mehrere angeklagte AfD-Mitglieder und fordert Unterstützung durch die Partei.

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke stellt sich hinter mehrere Parteimitglieder, die als mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen Gruppe „Sächsische Separatisten“ vor Gericht stehen. Er bezeichnet sie als „Justizopfer“ und will sich dafür einsetzen, Parteiordnungsmaßnahmen gegen sie rückgängig zu machen. Die „Sächsischen Separatisten“ wollten innerhalb Deutschlands einen nationalsozialistischen Staat errichten.

Drei der Angeklagten waren Mitglieder der AfD. Nach ihrer Festnahme im November 2024 entzog ihnen die Partei die Mitgliedsrechte und leitete Parteiordnungsverfahren ein. Ob sie inzwischen aus der AfD ausgeschlossen wurden, ist unklar. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) laufen die Verfahren in Sachsen noch.

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Höcke stellt sich hinter angeklagte AfD-Mitglieder

Höcke hält das Vorgehen seiner Partei für falsch. „Es war eine Fehlentscheidung meiner Partei, dass man die AfD-Mitglieder der sogenannten Sächsischen Separatisten in vorauseilendem Gehorsam mit Parteiordnungsmaßnahmen überzogen hat“, sagte er im Juni bei einer Kundgebung in Thüringen. Er wolle sich dafür einsetzen, diese Entscheidung zu korrigieren. Zudem forderte er Prozesshilfe für die Beschuldigten.

Die Bundesanwaltschaft wirft der Gruppe laut FAS vor, sich auf einen gewaltsamen Umsturz vorbereitet zu haben. Die Mitglieder sollen davon ausgegangen sein, dass Deutschland an einem „Tag X“ zusammenbrechen werde. Anschließend hätten sie mit Waffengewalt Gebiete in Sachsen erobern und dort einen am Nationalsozialismus ausgerichteten Staat errichten wollen. Geplant gewesen seien auch die Tötung staatlicher Vertreter und „ethnische Säuberungen“, schreibt die Zeitung. Nach Angaben der Ermittler trainierten Mitglieder unter anderem den Häuserkampf und den Umgang mit Schusswaffen.

Höcke äußerte sich wiederholt zugunsten der Beschuldigten. Über die „Sächsischen Separatisten“ sagte er im Juni, es handele sich um junge Menschen, die sich Gedanken über einen möglichen Zusammenbruch des Staates gemacht hätten. Sie säßen „für nichts“ in Untersuchungshaft. Höcke äußerte zudem den Verdacht, die Vorwürfe könnten dazu gedient haben, nach der sächsischen Landtagswahl eine Annäherung zwischen CDU und AfD zu verhindern.

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