Heiße Luft aus Nordafrika
Nach den Gewittern kommt die Hitze – und sie könnte Rekord brechen
22.06.2026 – 02:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Berlin muss sich auf mehrere heiße Tage einstellen. Am Wochenende könnten die Temperaturen einen markanten Wert erreichen.
Eine Hitzewelle hat Berlin erfasst. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für die kommenden Tage einen kontinuierlichen Temperaturanstieg prognostiziert – von heute 25 bis 29 Grad bis hin zu 34 Grad am Samstag. Regen ist in dieser Zeit nicht in Sicht, der Wind bleibt schwach.
Im Detail sieht die Prognose des DWD so aus: Am Dienstag werden 26 bis 31 Grad erwartet, am Mittwoch 29 bis 33 Grad, am Donnerstag steigt das Thermometer von Nord nach Süd auf 30 bis 35 Grad. Wetter.com bestätigt den Trend für das Wochenende: Donnerstag und Freitag je 32 Grad, gefühlt 35 Grad. Am Samstag könnten es 34 Grad werden – der gefühlte Wert läge dann bei 37 Grad.
Warum die Hitze in Berlin bleibt: Ein Hochdrucksystem als Deckel
Ursache der anhaltenden Hitze ist ein stabiles Hochdruckgebiet über Europa, das kühlere Luftmassen aus dem Norden und Westen konsequent blockiert, während gleichzeitig heiße Luft aus Nordafrika weit nach Mitteleuropa strömt. Meteorologen bezeichnen dieses Phänomen als Hitzeglocke oder „Heat Dome“: Das Hochdrucksystem wirkt wie ein Deckel, unter dem sich die Wärme zunehmend staut und nicht entweichen kann.
Nach Berechnungen des europäischen Wettermodells ECMWF könnte sich das Hoch sogar zu einem sogenannten Omega-Hoch verstärken – einer besonders stabilen Blockadelage, die Wetterumschwünge über längere Zeit verhindert. In der letzten Juniwoche verlagert sich das Zentrum dieser Hitzeglocke von West- nach Ostdeutschland, womit Berlin zunehmend stärker in den Fokus rückt.
Ab 25. Juni: Meteorologen beobachten die Lage genau
Besonders die Entwicklung ab dem 25. Juni steht im Fokus der Fachleute. Die Münster–Usedom-Linie markiert dabei eine wichtige Schwelle: Südlich davon weisen einzelne Modellläufe für Ende Juni Werte zwischen 34 und 38 Grad aus. Sollten diese Temperaturen tatsächlich eintreten, wäre ein neuer nationaler Hitzerekord denkbar. Die Meteorologen betonen jedoch ausdrücklich, dass es sich um einzelne Modellrechnungen handelt – keine gesicherte Prognose. Wie weit das Thermometer tatsächlich steigt, lässt sich so weit im Voraus nicht zuverlässig sagen.
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Erst zum 30. Juni rechnen sowohl ECMWF als auch das amerikanische Modell GFS mit einer ersten Entspannung. Die Temperaturen könnten dann auf 20 bis 24 Grad zurückgehen, im Norden Deutschlands sogar auf rund 18 Grad. Wie nachhaltig diese Abkühlung ausfällt, bleibt jedoch offen.
Meteorologen richten ihren Blick deshalb bereits auf den sogenannten Siebenschläferzeitraum. Die Wetterlage, die sich bis etwa zum 10. Juli festigt, gilt als Indikator für den weiteren Sommerverlauf. Ob das aktuelle Hochdruckmuster bis dahin Bestand hat oder ob sich kühlere, feuchtere Luft durchsetzt, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.
