Marcant ist Anfang 20 und seit mehreren Jahren in den sozialen Medien aktiv. Seit 2021 kommentiert er kritisch die Organisation rechtsextremer Gruppen auf digitalen Plattformen. In einem seiner ersten YouTube-Videos antwortet er auf einen TikTok der rechtspopulistischen AfD. Es stört ihn, dass in den sozialen Medien die rechtsextremen Stimmen oft am lautesten sind, während Gegenstimmen oft fehlen. Sein Ziel ist es, diese Lücke mit eigenen Inhalten zu schließen: „Nicht nur Blödsinn reden, sondern tatsächlich etwas beitragen.“

Deshalb besucht er rechtsextreme Veranstaltungen regelmäßig mit Mikrofon und Kamera, spricht die Teilnehmer ruhig an und wehrt sich, wenn Lügen verbreitet werden. Er wird oft erkannt und viele Menschen weigern sich, mit ihm zu sprechen. Andere tun es – wie Felix. Zuerst, sagt Marcant, seien ihn solche Aussagen schockiert gewesen, aber wenn man sie immer wieder höre, höre man mit der Zeit auf, mehr zu überraschen. Marcant betont in seinen Videos, dass es keinen Sinn habe, Menschen verbal anzugreifen. Viel wichtiger ist es, neue Perspektiven zu eröffnen und Wege aufzuzeigen, Lügen aufzudecken.

Warum es sich lohnt, ein Gespräch zu beginnen

Im Fall von Felix gelang es Marcant, ihm dabei zu helfen, aus der rechtsextremen Szene herauszukommen. Fünf Monate nachdem sie sich auf der Demonstration kennengelernt haben, reden sie wieder miteinander. Felix sagt, es habe ihm die Augen geöffnet, zu hören, was er im Interview gesagt habe. Und Felix ist nicht der Einzige: Marcant erhält viele Nachrichten, die von ähnlichen Erlebnissen berichten. Wenn er einigen Menschen helfen kann, da rauszukommen, sagt er, sei der Aufwand die Mühe wert.

Share.
Exit mobile version