So groß sogar, dass Vilwanathan Krishnamurthy auf der kleinen Bühne vor dem Tempel seine Stimme verliert. Der 73-jährige Initiator des Projekts hat in den vergangenen Tagen ein Interview nach dem anderen gegeben, rund 400 ehrenamtliche Helfer koordiniert und zusammen mit zehn eigens aus Indien angereisten Hindu-Priestern komplexe mehrtägige Rituale durchgeführt. Jetzt ist er etwas heiser, aber das lässt sich seine gute Laune nicht verderben. Energisch schüttelt er dem indischen Botschafter Ajit Vinayak Gupte und anderen Würdenträgern die Hand und lächelt entspannt.
Ein Tempel, der allen offen steht
Wie Vilwanathan Krishnamurthy erklärt, haben im Laufe der Jahre sehr viele Menschen Zeit und Geld in den Tempel investiert. Heute möchte er sich bei allen bedanken – insbesondere bei Neuköllns ehemaligem Oberbürgermeister Heinz Buschkowsky, der 2005 dem Bau des Tempels zustimmte und zur feierlichen Eröffnung seine herzlichsten Glückwünsche übermittelte. Die Bauarbeiten hatten sich durch langwierige Genehmigungsverfahren, Materialknappheit und die Tatsache, dass der gesamte Tempel durch Spenden finanziert wurde, verzögert. In den letzten Jahren ist das Spendenvolumen jedoch gestiegen: Die indische Gemeinde in Berlin ist erheblich gewachsen und hat mittlerweile mehr als 40.000 Mitglieder – die meisten davon Hindus. Damit konnte der Tempel endlich im Geiste des Gottes, dem er gewidmet ist, fertiggestellt werden: Der elefantenköpfige Gott Ganesha steht für Weisheit und Neuanfang – und die erfolgreiche Beseitigung von Hindernissen.
Der Tempel steht Menschen aller Glaubensrichtungen offen. Jeder Interessierte kann den Tempel an jedem Tag während der Öffnungszeiten besichtigen.











