Im Hamburger Umland
Gratis war gestern: Schüler sollen fürs Deutschlandticket zahlen
19.03.2026 – 16:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Hamburger Umland soll das Deutschlandticket für Schüler künftig nicht mehr kostenlos sein. Vier Kreise planen ab dem nächsten Schuljahr einen einheitlichen Eigenanteil von 21 Euro. Wer betroffen ist.
Im Hamburger Umland sollen Schülerinnen und Schüler künftig selbst für ihr Deutschlandticket zahlen. In den Kreisen Pinneberg, Stormarn, Segeberg und Herzogtum Lauenburg wird eine einheitliche Eigenbeteiligung von 21 Euro pro Monat diskutiert. Viele nutzten den Nahverkehr bislang kostenlos.
Im Kreis Pinneberg befasst sich der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport am 23. März in einer Sondersitzung mit dem Vorschlag. Anschließend sollen Finanzausschuss und Kreistag entscheiden. Eine Einführung ist zum Schuljahr 2026/2027 geplant – vorausgesetzt, alle vier Kreise fassen entsprechende Beschlüsse.
Künftig sollen alle Vollzeitschüler mit Hauptwohnsitz im jeweiligen Kreis das Ticket zu gleichen Bedingungen erhalten – unabhängig von Schulweg, Schulform oder Jahrgang. Das geht aus einer öffentlich einsehbaren Beschlussvorlage hervor. Die bisherige Unterscheidung nach Anspruch entfällt damit. Im Kreis Pinneberg nutzen derzeit rund 8.500 Schülerinnen und Schüler das Angebot, etwa 60 Prozent davon bislang ohne Eigenanteil.
Die Verwaltungen der beteiligten Kreise begründen die geplante Änderung mit dem bestehenden System. Dieses sei durch unterschiedliche Regelungen schwer verständlich und führe zu Ungleichbehandlungen. Ziel sei ein einheitliches und transparenteres Verfahren sowie weniger Verwaltungsaufwand.
Zugleich hat die Neuregelung finanzielle Auswirkungen. Derzeit wird das Schülerticket von den Kreisen in weiten Teilen bezuschusst. Im Kreis Pinneberg ergibt sich dadruch ein Defizit von rund 480.000 Euro, wie in der Beschlussvorlage zu lesen ist. Durch eine einheitliche Beteiligung sollen die Kosten besser gesteuert werden.
Verschiedene Modelle wurden geprüft. Niedrigere Eigenanteile gelten als finanziell unsicher, höhere Beträge als stärkere Belastung für Familien. Der vorgeschlagene Beitrag von 21 Euro entspricht einem Drittel des aktuellen Ticketpreises von 63 Euro und soll sich künftig an Preisentwicklungen orientieren.
Ein kostenloses Ticket für alle Schülerinnen und Schüler – wie in Hamburg – wird in der Vorlage als fachlich wünschenswert beschrieben, sei jedoch aufgrund der Haushaltslage der vier Kreise nicht umsetzbar. Von der geplanten Zahlung ausgenommen sind Familien, die Sozialleistungen beziehen. In diesen Fällen können die Kosten übernommen werden.
