Die größte Bank der Welt, JP Morgan, hat 2026 mit ihrem Angebot von vier Prozent Zins auf das Tagesgeld die Latte sehr weit oben angesetzt. Allerdings gilt dieser hohe Zins lediglich für die ersten vier Monate der Einlage. Danach verringert sich das Niveau deutlich. Ähnlich sieht es beim Angebot der Consorsbank aus, die für Neukunden 3,6 Prozent pro Jahr bietet und dies auf fünf Monate streckt, während der Zins danach ebenfalls deutlich abfällt.
Eine ähnliche Vorgehensweise zeigt ING und damit duellieren sich die Platzhirsche der vergangenen Jahre und Jahrzehnte mit Großbanken wie Chase oder auch BBVA aus Spanien.
Diese Broker sind die echte Zins-Spitze
Sehr viel spannender ist der Blick auf die vermeintlich hinteren Plätze der Tagesgeldvergleiche. Denn dort finden sich mitunter erst limitiert bei einer sehr hohen Anlagesumme die beiden Berliner Broker Smartbroker und Trade Republic. Sie bieten eine Verzinsung auf Level der Europäischen Zentralbank mit einem kleinen Abschlag an. Das bedeutet beim Smartbroker nichts anderes, als dass Anleger auf ihrem Zinskonto zwei Prozent Verzinsung erhalten, und zwar weder in der Dauer noch nennenswert in der Höhe limitiert. Rechnet man also die auf einige Monate beschränkten Angebote sauber gegen das unlimitiert geltende Angebot von Smartbroker oder auch des Konkurrenten Trade Republic, so liegen diese beiden Institute in Deutschland flankiert vom Konkurrenten Scalable auf den Plätzen ganz vorne.
Bei einer Erhöhung der Zinsen der Europäischen Zentralbank würde beim Smartbroker die Verzinsung umgehend um einen weiteren Viertelprozentpunkt steigen und dann sogar 2,25 Prozent erreichen.
Festgeld kann kaum mithalten
Statt 100.000 Euro bei Sparkasse oder Volksbank nahezu unverzinst liegenzulassen, werfen 100.000 Euro bei den besten Brokern innerhalb eines Jahres immerhin 2.000 Euro Rendite ab. Haben oder nicht haben, sagt dazu der Volksmund. Andere sprechen von einer Woche netten Urlaub in einem schönen Hotel. Wie lange die Zinsentwicklung dieses hohe Niveau halten kann, hängt von der Inflationsentwicklung ab. In Bezug auf Europa und Deutschland spielen vor allem die Entwicklungen im Nahen Osten, die Staatsverschuldung und das Wirtschaftswachstum eine Rolle.
Mittelfristig könnte der Bereich der künstlichen Intelligenz laut einigen Experten ebenfalls deflationär wirken und die Zinsen drücken. Für diejenigen, die aktuell Spar- und Anlagebedarf auf der Zinsseite haben, ist dieses Thema allerdings irrelevant. Das Schöne an Tagesgeld ist, dass es taggenau verfügbar ist und man sich nicht wie zu früheren Zeiten per Festgeld für einen bestimmten Zeitraum festlegen muss. Hier gibt es Angebote wie das des Berliner Anbieters DKB, dessen Festgeldkonditionen allerdings nicht mit den Tagesgeldkonditionen der Konkurrenz mithalten können.