Oft übersehenes Risiko fürs Herz
Kardiologen raten dazu, diesen Blutwert einmalig zu messen
23.03.2026 – 13:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein bestimmter Blutwert wird in der Vorsorge oft übersehen – dabei kann er das Herzrisiko erheblich beeinflussen. Eine große Studie zeigt jetzt, wie wichtig er gerade für Frauen ist.
Beim Arztbesuch gehört die Bestimmung der Cholesterinwerte längst zur Routine. Insbesondere das LDL-Cholesterin gilt als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch zunehmend richtet sich der Blick auf einen weiteren Blutwert: das Lipoprotein(a), kurz Lp(a).
Forscher der Harvard-Universität und des Brigham and Women’s Hospital haben in einer neuen Studie untersucht, wie stark dieser Wert das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall beeinflusst. Sie untersuchten Frauen über einen Zeitraum von rund 30 Jahren. Zu Beginn der Studie waren die Teilnehmerinnen im Schnitt 53 Jahre alt und gesund. Die Wissenschaftler bestimmten einmalig den Lp(a)-Wert im Blut. Anschließend beobachteten sie, ob Herzinfarkte, Schlaganfälle oder andere schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftraten.
Die Ergebnisse zeigten einen klaren Zusammenhang: Bereits ab einem Lp(a)-Wert von mehr als 30 Milligramm pro Deziliter Blut stieg das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei sehr hohen Werten über 120 Milligramm pro Deziliter Blut erhöhte sich zusätzlich das Risiko für Schlaganfälle und einen Herztod.
Insgesamt lag das Risiko für schwere Ereignisse je nach Erkrankung um 54 bis 80 Prozent höher als bei Frauen mit sehr niedrigen Werten unter 11 Milligramm pro Deziliter Blut.
Besonders gefährdet waren laut Studie Frauen mit bestimmten genetischen Varianten. Bei ihnen stieg das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen noch stärker an. Da der Wert genetisch festgelegt ist, verändert er sich im Laufe des Lebens kaum. Deshalb reicht oft eine einmalige Messung aus, um das persönliche Risiko langfristig einzuschätzen.
Die Forscher sprechen sich dafür aus, Lp(a) stärker in die Vorsorge einzubeziehen. Denn wer seinen Wert kennt, kann gezielt gegensteuern. Auch die European Society of Cardiology empfiehlt schon länger, den Wert mindestens einmal im Erwachsenenalter zu messen.
Auch wenn sich Lp(a) selbst kaum senken lässt, können andere Risikofaktoren beeinflusst werden. Dazu zählen Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte oder Rauchen. Zudem arbeiten Forscher bereits an neuen Medikamenten, die speziell den Lp(a)-Wert senken sollen.
Die neue Studie zeigt also: Lipoprotein(a) spielt offenbar eine größere Rolle für die Herzgesundheit als lange angenommen. Vor allem Frauen könnten von einer frühen Messung profitieren – und so ihr Risiko rechtzeitig erkennen.











