Zahlungsunfähig
Nur ein Jahr nach der Rettung: Wormland schon wieder pleite
06.11.2025 – 03:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Bittere Wende bei Wormland: Der traditionsreiche Herrenausstatter ist wieder zahlungsunfähig. Jetzt räumt der Retter von 2024 eigene Fehler ein.
Der Herrenausstatter Wormland ist erneut zahlungsunfähig. Nur ein Jahr nach der ersten Insolvenz hat das Unternehmen mit früherem Sitz in Hannover beim Amtsgericht Osnabrück einen neuen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Osnabrücker Rechtsanwalt Stephan Michels wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Theo Wormland GmbH bestellt, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.
Als Hauptgrund für die erneute Schieflage nannte Geschäftsführer Ralf Napiwotzki die anhaltende Kaufzurückhaltung bei Herrenmode. Trotz der schwierigen Lage soll der Geschäftsbetrieb weiterlaufen. Alle neun Filialen in Berlin, Bochum, Bremen, Dortmund, Hannover, Hamburg, München und Oberhausen bleiben geöffnet. Die Gehälter der 250 Mitarbeiter werden für drei Monate über Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gesichert.
Insolvenzverwalter Michels zeigte sich zuversichtlich: „Wir werden in Kürze einen Investorenprozess starten, um Wormland neu aufzustellen. Erste Interessenten haben sich bereits bei mir gemeldet – das ist ein gutes Zeichen.“
Erst im August 2024 war Wormland aus einem Insolvenzverfahren in Eigenregie gerettet worden. Das Osnabrücker Modehaus Lengermann & Trieschmann (L&T) hatte den Herrenausstatter mit damals noch 300 Mitarbeitern übernommen. Nun räumt L&T-Chef Mark Rauschen Fehler ein: „Rückblickend haben wir als Familienunternehmer in dritter Generation Fehler gemacht. Wir sind in die Planung der damaligen Geschäftsführer eingestiegen und haben zu spät erkannt, dass wir viele deutlichere und tiefere Einschnitte hätten vornehmen müssen.“
Um die Verwaltungskosten zu senken, hatte das Unternehmen seinen Sitz bereits von Hannover nach Osnabrück verlegt und einen Sparkurs eingeschlagen. Doch die Maßnahmen reichten offenbar nicht aus. „Nur wenn wir es schaffen, unsere Kosten zu verdienen, kann Wormland als Textileinzelhändler solide aufgestellt werden“, sagte Geschäftsführer Napiwotzki. Er verwies auf die hohen Monatsmieten der übernommenen Filialen in bester Innenstadtlage, die oft selbst durch starke Umsätze nicht zu erwirtschaften seien.










