Für viele Branchen unverzichtbar
Iran-Krieg bedroht Versorgung mit wichtigem Gas
31.03.2026 – 13:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Katar deckt ein Drittel der weltweiten Heliumproduktion – doch der Krieg stoppt die Exporte. Für viele Industriezweige drohen Engpässe.
Der Krieg im Nahen Osten wirkt sich zunehmend auf globale Lieferketten aus – und trifft nun auch die Versorgung mit Helium. Das Gas ist für zahlreiche Schlüsseltechnologien unverzichtbar, etwa bei der Herstellung von Halbleitern für Künstliche Intelligenz oder im Betrieb von MRT-Geräten. Branchenvertreter berichten bereits von Lieferkürzungen und steigenden Preisen.
Auslöser ist der Stopp von Erdgasexporten aus Katar. Das Land deckt rund ein Drittel der weltweiten Heliumproduktion ab. Da Helium als Nebenprodukt bei der Erdgasförderung gewonnen wird, führt der Ausfall direkt zu Engpässen. Hinzu kommen Schäden an Anlagen sowie blockierte Transportwege durch den Konflikt im Persischen Golf.
Die Folgen betreffen mehrere Industriezweige. Halbleiterhersteller benötigen Helium zur Kühlung empfindlicher Produktionsprozesse, in der Medizin wird es für Magnetresonanztomografen eingesetzt. Auch in der Raumfahrt sowie in der Rüstungsindustrie spielt das Gas eine wichtige Rolle. Ein Ersatz ist in vielen Anwendungen bislang nicht verfügbar.
Besonders abhängig von Lieferungen aus Katar sind asiatische Industriestaaten wie Südkorea und Taiwan. Dort warnen Behörden und Unternehmen vor möglichen Produktionsausfällen. Auch in Deutschland wächst die Sorge vor Engpässen bei wichtigen Rohstoffen. Branchenverbände beobachten die Entwicklung mit Blick auf mögliche Auswirkungen auf die Industrie.
Wie stark sich die Lage zuspitzt, hängt vom weiteren Verlauf des Konflikts ab. Selbst bei einer schnellen Entspannung könnten Schäden an Infrastruktur und Lieferketten länger nachwirken. Unternehmen prüfen daher alternative Bezugsquellen und greifen teilweise auf Vorräte zurück. Experten gehen davon aus, dass sich der Markt kurzfristig kaum stabilisieren wird.
