Hodenentzündung
Heiße Hoden – diese Erkrankungen stecken oft dahinter
Aktualisiert am 14.10.2026 – 06:52 UhrLesedauer: 3 Min.
Fühlen sich die Hoden heiß an, sind sie wahrscheinlich entzündet. Wie sich eine Hoden- und/oder Nebenhodenentzündung äußert und was dann zu tun ist.
Eine spürbare Erwärmung des Gewebes zählt, ebenso wie eine Rötung und eine Schwellung, zu den typischen Anzeichen einer Entzündung. Das liegt daran, dass der Körper bei einer Entzündung den erkrankten Bereich verstärkt durchblutet. So können mehr Abwehrzellen, die über das Blut transportiert werden, an die betroffene Stelle gelangen und die Heilung fördern.
Auch eine Entzündung der Hoden und/oder Nebenhoden macht sich in der Regel dadurch bemerkbar, dass der Hodensack im betroffenen Bereich schmerzhaft anschwillt und sich erwärmt. Viele Betroffene bekommen zudem Fieber.
Bei diesen Symptomen ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen. Denn eine Hoden- und/oder Nebenhodenentzündung klingt für gewöhnlich nicht von selbst ab. Vielmehr können dahinter verschiedene Erkrankungen stecken, die es festzustellen und gezielt zu behandeln gilt.
Gut zu wissen
Die Nebenhoden sind zwei etwa fünf Zentimeter kleine, röhrenförmige Organe, die den Hoden jeweils an der Rückseite aufliegen und sich dort als weiche Struktur ertasten lassen. In ihnen durchlaufen die Spermien ihre letzten Reifungsschritte, ehe sie bei der Ejakulation durch die Samenleiter und die Harnröhre nach draußen befördert werden.
Heiße Hoden durch Entzündung: Was kann die Ursache sein?
Bei Männern mittleren und höheren Lebensalters entwickelt sich eine Nebenhodenentzündung (fachsprachlich Epididymitis) oftmals aus einem Harnwegsinfekt. Häufig steckt eine vergrößerte Prostata dahinter, die den Harnabfluss stört. Erreger können sich dann leicht in den Harnwegen ansiedeln und eine Infektion auslösen, wodurch sich diese entzünden.
Wandern die Erreger von der Harnröhre und dem Samenleiter in das Gewebe des Nebenhodens, führt dies auch dort zur Entzündung. Im weiteren Verlauf kann sich die Infektion vom Nebenhoden auf den Hoden ausweiten. Dann kommt es zu einer Hodenentzündung (Orchitis) beziehungsweise zu einer Entzündung von Hoden und Nebenhoden (Epididymoorchitis).
Eine andere mögliche Ursache einer Entzündung der Nebenhoden und Hoden ist eine sexuell übertragbare Erkrankung wie Chlamydien oder Gonorrhö (Tripper). Die Infektion ist dann ansteckend.
Auslöser einer Entzündung des Hodens ist meist das Mumpsvirus. Die Infektion führt üblicherweise zunächst zu einer Entzündung der Ohrspeicheldrüse, welche sich vor allem durch eine schmerzhafte Schwellung und Fieber äußert. Vier bis acht Tage nach Erkrankungsbeginn kann jedoch auch eine Entzündung eines Hodens oder beider Hoden hinzukommen.
Hinweis
Von den Symptomen her lässt sich eine Hodenentzündung kaum von einer Nebenhodenentzündung unterscheiden. Selbst Ärztinnen und Ärzten gelingt die Abgrenzung oft nicht, und für die Behandlung ist das auch normalerweise nicht notwendig: Die Therapie richtet sich nach der ursächlichen Infektion.
Eine Überwärmung und eine Schwellung des Hodensacks sind allerdings nicht in jedem Fall auf eine Hoden- oder Nebenhodenentzündung zurückzuführen. Ähnliche Beschwerden können zum Beispiel auch bei einer Hodentorsion, bei Verletzungen oder im Rahmen bestimmter Tumorerkrankungen auftreten. Einige dieser Ursachen – wie die Hodentorsion – stellen einen medizinischen Notfall dar. Darum ist es wichtig, bei plötzlich auftretenden Hodenschmerzen oder plötzlich auftretender Überwärmung sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Eine Hodentorsion kommt vor allem bei Jungen in der Pubertät vor und ist ein medizinischer Notfall. Denn dabei dreht sich der Hoden um die eigene Achse, sodass die Blutzufuhr unterbrochen wird. Ohne rasche Behandlung kann das Hodengewebe binnen weniger Stunden dauerhaft geschädigt werden und schlimmstenfalls absterben.