Kanzler in TV-Runde
Ausgerechnet bei dieser Frage muss Merz passen
Aktualisiert am 09.12.2025 – 15:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Friedrich Merz präsentierte sich in der „ARD Arena“ schlagfertig und überraschend selbstkritisch. Beim Thema Hebammenversorgung musste der Kanzler aber passen. Der Deutsche Hebammenverband warnt indes vor einer „gravierenden Unterversorgung“.
Merz wurde nämlich zur Versorgungslage mit Hebammen gefragt. „Das Problem kenne ich bisher nicht“, antwortete Merz knapp. Das Problem ist aber dringlich. Vor allem für junge Familien.
Zum 1. November hatte sich der Honorarsatz für Hebammen geändert. Die Hebammenverbände warnen vor Verdiensteinbußen von bis zu dreißig Prozent. Die Stimmung ist ohnehin schlecht. Zuvor waren zum Jahreswechsel schon die Versicherungsbeiträge für die Geburtshelferinnen drastisch gestiegen. Viele Hebammen fliehen aus dem Beruf.
Merz aber war das Problem neu. Sehr zum Verdruss auch des Deutschen Hebammenverbandes (DHV). „Wir stehen durch den neuen Vertrag vor einem gravierenden Versorgungsproblem in der Geburtshilfe, das nach wie vor nicht gelöst ist“, so DHV-Präsidentin Ulrike Geppert-Orthofer auf Anfrage von t-online.
Die DHV-Präsidentin weiter: „Es ist bedauerlich, dass die aktuelle Problematik rund um den neuen Hebammenhilfevertrag bislang noch nicht bis zum Bundeskanzler durchgedrungen ist. Umso wichtiger, dass die Kolleginnen dieses brennende Thema platzieren konnten. Für uns zählt, dass der Kanzler jetzt davon weiß und in Aussicht gestellt hat, nachzuhaken.“
In Deutschland gibt es gut 18.000 freiberufliche Hebammen, rund 4.000 dieser Hebammen leisten Geburtshilfe. Das zeigt: Die Aufgaben einer Hebamme gehen oft über den Kreißsaal hinaus – von der Vorsorge und Geburtsvorbereitung über Wochenbettbetreuung und Rückbildung bis zur Stillberatung.










