Pektinhaltige Lebensmittel binden ebenfalls Flüssigkeit. Zudem sollen sie in der Lage sein, die Gifte einiger Durchfallerreger zu binden. Besonders viel Pektin enthalten Äpfel. Diese sollten Sie reiben, damit das Pektin bei der Verdauung einfach verwertbar ist. Auch Möhren – am besten gekocht – sowie Bananen sind pektinreich und gelten als bewährtes Hausmittel bei Durchfall.

Je nach Schwere des Durchfalls reichen Hausmittel möglicherweise nicht aus. Dann können gegebenenfalls freiverkäufliche Medikamente aus der Apotheke helfen. Die beiden Standardwirkstoffe sind Loperamid und Racecadotril.

Achtung: Vor allem bei Kindern sind beide Wirkstoffe nur nach ärztlicher Rücksprache anzuwenden. Für Kinder unter zwölf Jahren sind sie rezeptpflichtig. Kinder unter zwei Jahren dürfen Loperamid nicht einnehmen und Racecadotril wird für Kinder unter fünf Jahren nicht routinemäßig empfohlen.

Loperamid stoppt den Durchfall, indem es die Darmbewegung hemmt. Es hilft schnell, sollte jedoch nur kurzzeitig und mit Vorsicht eingenommen werden. Bei einigen Erkrankungen ist Loperamid nicht geeignet. Denn verlangsamt sich die Darmbewegung, bleiben mögliche Giftstoffe von Bakterien länger im Darm. Auch bei drohendem Darmverschluss kann Loperamid gefährlich sein. In solchen Fällen sowie bei infektiös bedingtem Durchfall kann Racecadotril eine Alternative sein. Anders als Loperamid wirkt es nicht auf die Darmbewegung, sondern verhindert, dass die Darmwand zu viel Wasser und Elektrolyte ins Darminnere abgibt und ausscheidet.

Beide Wirkstoffe bekämpfen den Durchfall, aber nicht dessen Ursache. Es empfiehlt sich, Tabletten mit den genannten Wirkstoffen nicht länger als zwei Tage in der Selbstbehandlung einzunehmen – oder besser gleich die Ärztin oder den Arzt zu fragen. Auf Reisen oder bei stark wässrigem Durchfall bieten die Tabletten eine schnelle Soforthilfe. In letzterem Fall helfen sie, den Wasserverlust zu stoppen.

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