Opfer digitaler Gewalt
Verona Pooth teilt Missbrauchsfall: „Hat mich viele Jahre begleitet“
Aktualisiert am 31.03.2026 – 15:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach Collien Fernandes‘ Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann zeigen sich weitere Frauen solidarisch. Nun meldet sich Verona Pooth mit einer persönlichen Geschichte.
Schauspielerin Collien Fernandes hat ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vorgeworfen, ihr im Internet sexualisierte Gewalt angetan zu haben. Der Fall hat inzwischen andere prominente Frauen dazu bewogen, über ähnliche Erlebnisse zu sprechen.
Gegenüber dem Magazin „Bunte“ schildert TV-Star Verona Pooth, was ihr in der Vergangenheit widerfahren ist. „Missbrauch hat mich tatsächlich über viele Jahre begleitet“, sagt die 57-Jährige. Sie habe immer wieder Fotos zugeschickt bekommen, darunter auch pornografische Bilder, auf die ihr Kopf montiert worden sei.
„Besonders belastend war, dass die Sendungen immer von derselben Person kamen. Ich erkannte die Briefumschläge oft schon von außen – und jedes Mal lief es mir kalt den Rücken hinunter. Allein der Gedanke, dass dieser Mensch die Bilder vorbereitet und kurz zuvor in den Händen gehalten hatte, war kaum auszuhalten“, erzählt Pooth.
Dazu seien handgeschriebene Texte gekommen, deren Inhalt sie nach eigenen Worten nicht wiederholen möchte. Pooth brachte den Fall zur Anzeige, doch der Absender konnte nicht ermittelt werden. „Diese Ohnmacht ist schwer auszuhalten und macht wütend und auch ängstlich“, sagt sie. Besonders überrascht habe sie ein Gefühl, das sie nicht erwartet hatte: „Was mich zusätzlich überrascht hat, war dieses Gefühl von Scham. Rational weiß man, dass man keinerlei Schuld trägt – und trotzdem fühlt man sich bloßgestellt und in seiner Würde verletzt.“
Pooth fühlt mit Collien Fernandes mit. „Ich weiß, dass viele Frauen ähnliche Erfahrungen machen, besonders wenn sie in der Öffentlichkeit stehen. Trotzdem ist es jedes Mal ein massiver Eingriff in die persönliche Integrität. Wenn so etwas dann aus dem eigenen vertrauten Umfeld kommt – offenbar vom eigenen Ehemann – erschüttert das noch einmal auf eine ganz andere Weise. Ein solcher Vertrauensbruch ist kaum in Worte zu fassen.“ Für Pooth sei es wichtig, das Schweigen darüber zu beenden. „Sichtbarkeit kann dazu beitragen, das Bewusstsein für diese Form von Grenzverletzung zu stärken und anderen Betroffenen zu zeigen, dass sie nicht allein sind.“
