„Scheint englische Mentalität, so etwas zu tun“

Wegen Tuchel: Kane rüffelt heimische Medien


14.07.2026 – 18:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Harry Kane (r.) unterhält sich mit Cheftrainer Thomas Tuchel: Gibt es Streit im englischen Team? (Quelle: IMAGO/Allstar Picture Library Ltd)

Der England-Kapitän wehrt sich gegen Berichte über angebliche Unstimmigkeiten im Team. Gleichzeitig stellt er sich vor seinen Teamkollegen und seinen Trainer.

Nach dem Einzug ins Halbfinale der Weltmeisterschaft produziert die englische Nationalmannschaft mal wieder nicht nur aus sportlicher Sicht Schlagzeilen. Im Nachgang des 2:1-Erfolgs gegen Norwegen entbrannte eine Debatte um die Rolle der Medien und den Umgang mit kritischen Stimmen innerhalb des Teams. Kapitän Harry Kane hat nun die Berichterstattung kritisiert und wirft insbesondere dem britischen Sender ITV vor, gezielt Zwietracht zu säen.

Ausgangspunkt war ein Interview, das ITV-Reporter Gabriel Clarke mit Jude Bellingham führte. Clarke hatte den Mittelfeldspieler unmittelbar nach Abpfiff auf die kritischen Aussagen von Trainer Thomas Tuchel angesprochen. Tuchel hatte seine Mannschaft nach dem Sieg als „glücklich“ bezeichnet und betont, nur die Mentalität habe gegen Norwegen den Ausschlag gegeben. Die Leistung seiner Spieler bewertete er als fehlerhaft und wenig überzeugend.

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Als Bellingham unmittelbar danach auf Tuchels Aussagen angesprochen wurde, stellte der Ex-Dortmunder infrage, ob Tuchel wisse, wie es sei, auf höchstem Niveau gegen Gegner wie Erling Haaland oder Martin Ødegaard zu spielen. Diese Äußerung verbreitete sich rasch in den sozialen Netzwerken und führte zu Spekulationen über ein mögliches Zerwürfnis zwischen Spieler und Trainer.

„Es scheint englische Mentalität zu sein, so etwas zu tun“

Kane widersprach dieser Darstellung deutlich. Im Gespräch mit der BBC erklärte er, es sei typisch für die englische Medienlandschaft, während großer Turniere nach Konflikten zu suchen: „Es ist einfach, zu versuchen, diese Spaltung zu erzeugen. Es scheint eine englische Mentalität zu sein, so etwas bei großen Turnieren zu tun.“ Er betonte, dass die Mannschaft gerade wegen ihres Zusammenhalts so weit gekommen sei und die Berichte über interne Differenzen nicht der Realität entsprächen. „Wir hatten gerade ein schweres Spiel hinter uns. Jude wusste gar nicht, was der Trainer gesagt hatte. Was soll er in so einer Situation antworten?“, so Kane.

Auch auf die Kritik von Tuchel ging Kane ein. Der Trainer habe zwar die Leistung bemängelt, aber zugleich die Mentalität der Mannschaft hervorgehoben. „Wir wissen selbst am besten, wenn wir nicht gut gespielt haben. Der Trainer ist ehrlich, das schätzen wir. Er trägt sein Herz auf der Zunge, das macht ihn aus“, sagte Kane.

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