Wie viel ist noch normal?
Wenn die Katze oft erbricht: Gefahren und Ursachen klären
Aktualisiert am 16.02.2026 – 14:14 UhrLesedauer: 4 Min.
Gras, Fell, Gewölle – wenn Katzen sich manchmal erbrechen, ist das noch kein Grund zur Sorge. Welche Warnzeichen Sie unbedingt beachten sollten.
Katzenhalter erkennen das Geräusch sofort, wenn ihr Liebling beginnt zu würgen und sich schließlich erbricht. Oft handelt es sich lediglich um unverdaute Fellballen. Diese schlucken Katzen, wenn sie sich mit der Zunge putzen. Da Fell schwer verdaulich ist, muss es irgendwann wieder raus, insbesondere bei Langhaarkatzen während des Fellwechsels.
„Wenn Katzen also Haarballen erbrechen, ist dies prinzipiell ein normales Verhalten und erst einmal kein Grund zur Sorge“, sagt Maren Püschel, Teilhaberin der Kleintierklinik Wasbek. Vorausgesetzt, das Tier ist insgesamt munter, verkriecht sich nicht und frisst wie immer.
Bei Freigängern kann Erbrechen gelegentlich unter bestimmten Umständen vorkommen: „Hat eine Katze eine Maus gejagt und verspeist, ist es möglich, dass sie das Gewölle – also unverdauliche Knochen, Gallenblase und das Fell der Maus – wieder hervorwürgt“, erklärt Denise Riggers, die eine mobile Tierarztpraxis in Putzbrunn betreibt. Doch nicht immer sind die Ursachen so harmlos – manchmal müssen Halter schnell reagieren.
Eine Verhaltensänderung kann auf eine Krankheit hindeuten – etwa, wenn sich die Katze zurückzieht, weniger frisst oder nicht mehr spielen will. Auch bei häufigerem Erbrechen sollte man stutzig werden.
Zwar gibt es dazu keinen pauschalen Richtwert. „Die Häufigkeit kann je nach Katzenrasse, Felllänge und Tier variieren. Aber wenn Katzen sich häufiger im Monat erbrechen – egal ob Futter oder Haare – spricht dies für gesundheitliche Probleme“, erklärt Maren Püschel.
Denise Riggers geht bei ihrer Einschätzung sogar noch weiter: „Kommt es öfter als zwei- bis fünfmal im Jahr zu Erbrechen, ist das ein Alarmsignal.“
Tipp: Maren Püschel empfiehlt Haltern, dann ein Tagebuch zu führen. Darin kann man etwa Häufigkeit sowie Konsistenz und Art des Erbrochenen sowie die jeweiligen Umstände aufschreiben. So kann man feststellen, ob es mehr oder weniger wird.
Die Gründe für das Erbrechen können vielseitig sein: „Dahinter können Erkrankungen der Nieren, der Leber oder des Magen-Darm-Trakts stecken. Aber auch hormonelle Ursachen, ein Tumor oder Unverträglichkeiten sind mögliche Erklärungen“, sagt Riggers.
Weiterhin könnten eine Magenschleimhaut- oder Bauchspeicheldrüsenentzündung Ursachen für häufiges Erbrechen sein, so Tierärztin Maren Püschel. Auch ein Wurmbefall ist möglich.
