Hantavirus auf der „Hondius“

Verließen infizierte Mäuse das Schiff?

Aktualisiert am 12.05.2026 – 08:06 UhrLesedauer: 2 Min.

In der Nähe des Hafens von Granadilla, Teneriffa: Die „Hondius“ stach wieder in See. (Quelle: Europa Press Canarias/EUROPA PRESS/dpa)

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der „Hondius“: Nun gibt es auch in Spanien eine Infektion. Zudem wächst auf Teneriffa die Sorge vor infizierten Nagern.

Kurz nach dem Verlassen des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ ist ein spanischer Passagier positiv auf das Hantavirus getestet worden. Der Passagier sei nach dem positiven Testergebnis in ein Krankenhaus eingeliefert worden, zeige jedoch bislang keine Krankheitssymptome, gab das Gesundheitsministerium in Madrid am Montagabend bekannt. Zuvor waren alle verbliebenen Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffes auf Teneriffa evakuiert worden.

Eine letzte Gruppe von 28 Menschen verließ das Schiff unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Sie wurden am Abend mit zwei Maschinen Richtung Eindhoven ausgeflogen, wie im spanischen TV-Sender RTVE zu sehen war.

Damit die Menschen das Schiff verlassen konnten, musste es doch noch an einem Pier festgemacht werden. Grund war zunehmend stürmischer Wind, der die Ausschiffung von der bisher im Hafen vor Anker liegenden „Hondius“ zu riskant gemacht hätte, sagte Spaniens Gesundheitsministerin Mónica García. Kurz nachdem die Menschen von Bord gegangen waren, stach die „Hondius“ mit einer Restbesatzung in See, um nach Rotterdam zu fahren.

Passagiere werden vom Kreuzfahrtschiff „Hondius“ evakuiert. (Quelle: Álex Rosa/Europapress/dpa)

Teneriffa hat Sorge vor infizierten Nagern

Die Tatsache, dass das Schiff nun doch – wenn auch nur kurz – mit dem Land verbunden war, dürfte auf der Insel zu Kritik führen. Die Regionalregierung der Kanaren hatte im Vorfeld darauf bestanden, dass die „Hondius“ nicht anlegt, weil sie Sorge hatte, Mäuse mit dem Hantavirus könnten an Land gelangen. García hatte das jedoch unter Berufung auf Experten ausgeschlossen.

Vom Flughafen Teneriffa Süd hob zunächst ein Passagierjet ab. An Bord waren nach Angaben von García 22 Besatzungsmitglieder der „Hondius“ verschiedener Nationalitäten. Mit dabei sollte auch ein deutsches Crewmitglied sein, wie das niederländische Außenministerium mitteilte.

Beim zweiten Flugzeug handelte es sich um ein kleineres Sanitätsflugzeug, mit dem laut García vier Australier, ein Neuseeländer und ein Brite ausgeflogen werden sollten. Auch diese Maschine sollte zunächst nach Eindhoven fliegen.

Krankenhaus: Vorschriften wurden nicht vollständig eingehalten

Das Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ legte kurz im Hafen von Granadilla im Süden der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa an. (Quelle: Manu Fernandez)

Damit sind seit Sonntag insgesamt 122 Menschen unter strikten Sicherheitsvorkehrungen vom Schiff an Land gebracht und dann per Flugzeug in ihre Heimatländer geflogen worden. García dankte allen Beteiligten und äußerte „Stolz“ darüber, dass Spanien zu einer derartig komplizierten und „einzigartigen“ Aktion in der Lage gewesen sei. Das sei ein großer Erfolg.

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