Dramatisches Ende

Magdeburg feiert vorzeitig Handball-Meisterschaft

21.05.2026 – 22:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Bennet Wiegert: Nach dem Abpfiff gab es eine Bierdusche für Magdeburgs Erfolgstrainer. (Quelle: IMAGO/Michael Taeger/imago)

Der SC Magdeburg krönt eine überragende Saison mit dem vierten Meistertitel. Das Topspiel gegen Flensburg hätte nicht spannender sein können.

Der SC Magdeburg hat seinen ersten Meister-Matchball genutzt und den vierten gesamtdeutschen Titelgewinn vorzeitig perfekt gemacht. Der souveräne Tabellenführer der Handball-Bundesliga gewann das Topspiel gegen Verfolger SG Flensburg-Handewitt in letzter Sekunde mit 31:30 (13:13) und krönte sich wie 2001, 2022 und 2024 zum Champion. „Die Jungs sollen jetzt richtig die Sau rauslassen“, gab Erfolgstrainer Bennet Wiegert nach dem Abpfiff den Party-Befehl.

Eigentlich war das Spiel unentschieden ausgegangen, das letzte Tor von Magnus Saugstrup zählte aber nach einem ewig langen Videobeweis. „Am Ende tut mir der Sieg fast leid, einen Punkt hat Flensburg verdient“, sagte Wiegert bei Dyn.

Mit 58:4 Punkten ist der Champions-League-Gewinner des Vorjahres an den letzten drei Spieltagen vom entthronten Titelverteidiger Füchse Berlin und den Flensburgern (beide 49:13) nicht mehr einzuholen. „Wir haben in dieser Saison sehr gut performt. Ich freue mich für die Jungs, die das verdient haben“, lobte Wiegert seine Schützlinge für das Meisterstück und frohlockte: „Das ist der wertigste Titel für mich.“

Ausgelassener Jubel: Der SC Magdeburg feierte den vorzeitigen Titelgewinn auf dramatische Weise. (Quelle: IMAGO/Michael Taeger/imago)

Vor 6.600 Zuschauern zeigten die Hausherren lange Nerven und lagen nach einer Viertelstunde mit zwei Toren hinten. Das lag vor allem am überragenden Flensburger Torwart Benjamin Buric, der einen Sahnetag erwischte. Der SG-Keeper parierte allein in der ersten Halbzeit neun Würfe. „Wir hatten einen kleinen Rucksack auf. Uns hat die Leichtigkeit gefehlt“, resümierte Wiegert. Nach einem zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand kam Magdeburg vor der Pause immerhin zum Ausgleich.

Magdeburg holt unter Wiegert den elften Titel

Nach dem Wechsel blieb es ein enges Match, in dem sich beide Teams etliche Fehler leisteten. So vergab der SCM gleich fünf Siebenmeter. Dennoch jubelten am Ende die Hausherren, für die Rückraum-Ass Gisli Kristjansson mit sechs Toren bester Werfer war. „Es ist schon cool, dass wir das heute geschafft haben“, sagte der Isländer. Und Routinier Philipp Weber, der in der Schlussphase zwei Siebenmeter verwandelte, meinte: „Dieser Titel bedeutet mir unendlich viel.“

Für den SCM, der in der DDR zehnmal Meister wurde, ist es unter der Regie von Wiegert bereits der elfte Titel in einem nationalen oder internationalen Wettbewerb in den vergangenen zehn Jahren. Mitte Juni kann Magdeburg beim Final-Four-Turnier in der Champions League sogar das Dutzend vollmachen. Im Halbfinale trifft der deutsche Meister dann in einer Neuauflage des Vorjahresendspiels auf die Füchse Berlin.

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