Zerschnittene Lebensräume
Tiere sollen leichter zwischen Biotopen wechseln können
15.03.2026 – 11:58 UhrLesedauer: 1 Min.
Hamburgs Natur ist durch Bebauung und Verkehrswege zerschnitten. Nun wollen die Regierungsfraktionen den Senat zum Handeln zwingen.
SPD und Grüne in der Hamburgischen Bürgerschaft haben einen gemeinsamen Antrag eingebracht, der den Senat auffordert, das städtische Biotopnetz zu analysieren und bestehende Lücken zu schließen. Die Bürgerschaft soll den Antrag in rund anderthalb Wochen behandeln.
Bislang habe die Flächenpolitik vor allem auf die Größe angekaufter und gesicherter Flächen gesetzt, sagte der umwelt- und klimapolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Alexander Mohrenberg. Künftig sollten Qualität und Vernetzung stärker gewichtet werden.
Mohrenberg verwies dabei auf das weltweite Artensterben. Wälder, Feuchtgebiete und Kleingewässer müssten als zusammenhängendes Netzwerk verstanden werden – nicht als einzelne, isolierte Flächen, sagte er.
Die Umweltexpertin der Grünen, Lisa Maria Otte, erläuterte das Problem anhand der Amphibienwanderung. Die Natur in Hamburg sei durch dichte Bebauung und Verkehrswege zerschnitten. Nicht alle Frösche, Kröten und Molche, die auf dem Weg zu ihren Laichgewässern eine Straße überqueren müssten, erreichten ihr Ziel, sagte sie.
Isoliert gelegene Parks, Wälder, kleine Gewässer und Naturschutzgebiete würden dadurch für viele Arten zur Sackgasse, erklärte Otte weiter. Tiere könnten nicht von einem Biotop ins nächste gelangen, fänden keine Nahrung und könnten sich nicht fortpflanzen.
Würden Lebensräume zu klein und voneinander getrennt, schrumpfe der Genpool, sagte Otte. Populationen würden anfälliger für Krankheiten und verschwänden langfristig. Beim Ankauf neuer Flächen solle deshalb künftig darauf geachtet werden, dass Verbindungen zwischen Lebensräumen entstehen – damit Tiere sicher von einem Gebiet ins nächste gelangen könnten.










