Die Frage, wer im Fußball-Norden die Nummer eins ist, stellt sich für einen Hamburger kaum: Der HSV thront über seinen Rivalen, denn er hat Geschichte geschrieben. Sechsmal Deutscher Meister, Europapokalsieger, der ewige Dino – das ist mehr als Tradition. Namen wie Uwe Seeler, Horst Hrubesch, Kevin Keegan oder Felix Magath stehen für eine Ära, die andere Vereine nur bestaunen können.
Und doch geht es nicht nur um Titel. Fußball lebt von Herzblut, nicht von Zahlenspielen. Dieses Herz schlägt in Hamburg wie kaum anderswo. Sieben Jahre Zweite Liga, Abstiegsdramen und Rückschläge hätten Fans brechen können. Stattdessen ist die Treue gewachsen: Rekord-Mitgliederzahlen, ausverkauftes Volksparkstadion, steigende TV-Quoten – der HSV hat Anziehungskraft, weit über Hamburg hinaus, bis nach Asien und Südamerika.
Werder Bremen mag zuletzt stabiler gewesen sein – respektabel, solide, aber eben selten aufregend. Solide ist ein anderes Wort für langweilig. Strahlkraft? Fehlanzeige.
Was den HSV ausmacht, ist diese magnetische Anziehung, die emotionale Wucht einer Stadt, die für ihren Klub lebt. Schon Heidi Kabel wusste: „Ein Jeder aber kann das nicht, denn er muss aus Hamburg sein.“ Wer einmal im Volkspark war, spürt, was das bedeutet. Und so schön wie jetzt war der Nord-Vergleich lange nicht mehr.
Endlich wird der alte Machtkampf wieder auf dem Platz ausgetragen – Schwarz-Weiß-Blau gegen Grün-Weiß, Herz gegen Vernunft, Faszination gegen Routine.
