„Mehr Tiefe, weniger Geheule“

Shirin David rechnet mit ihrer Netflix-Doku ab


29.08.2026 – 18:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Shirin David: Die Rapperin kritisiert ihre Netflix-Dokumentation „Barbara“ nun deutlich. (Quelle: IMAGO/Sabina Spöttel)

Die in Hamburg geborene Rapperin kritisiert, wie ihre Geschichte bei Netflix erzählt wird. Hinter den Kulissen wollte Shirin David sogar einen ungewöhnlichen Schritt gehen.

Shirin David wollte ihre eigene Netflix-Dokumentation zurückkaufen. Das schreibt die 31-Jährige in einer Fragerunde auf Instagram. Mit dem Ergebnis von „Barbara – Becoming Shirin David“ geht die in Hamburg geborene Rapperin nun hart ins Gericht.

Die Dokumentation sei aus ihrer Sicht nicht authentisch, sondern „an den Haaren herbeigezogen“, um die Leidensgeschichte einer „angeblich völlig überforderten Frau“ zu erzählen. David kritisiert dabei auch grundsätzlich das Bild erfolgreicher Frauen in den Medien: Zu häufig werde deren Leid in den Mittelpunkt gestellt, während Männer für ihre Leistungen gefeiert würden.

Shirin David über Netflix-Doku: „Es war wie Brainwash“

Das eigentliche Produktionsteam nimmt David ausdrücklich von ihrer Kritik aus. Sie habe es „sehr geliebt“, schreibt die Musikerin. Nach ihrer Darstellung hätten am Ende jedoch der Regisseur und das Netflix-Marketing über Geschichten und Schnitt bestimmt. Bei Netflix habe sie ihre Schnittrechte abgegeben, weil die Dokumentation als journalistische Arbeit gedacht gewesen sei.

Verantwortliche aus dem Marketing hätten sie während der Produktion immer wieder gebeten, „wirklich alles zu zeigen“, um „Netflix Doku Geschichte“ zu schreiben. David habe ihnen vertraut und selbst große Lust auf die Dokumentation gehabt. Rückblickend beschreibt sie den Prozess drastisch: „Es war wie Brainwash.“ Von dem umfangreichen Material sei am Ende vor allem „das Leiden“ übrig geblieben, kritisiert sie.

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Die Dokumentation begleitet David kurz vor ihrem 30. Geburtstag und während der Vorbereitung auf ihre „Schlau aber Blond“-Arenatour. Netflix hatte den Film vor dem Start am 13. März als persönliche Reise durch Davids Karriere angekündigt. Im Mittelpunkt stand dabei auch die Frage, ob Barbara Shirin Davidavicius – die Frau hinter dem Superstar – mehr Raum bekommen und einen Blick auf ihr „innerstes Ich“ zulassen würde. Produziert wurde der Film von Leonine Documentaries, Regie und Drehbuch stammen von Michael Schmitt.

David wollte „jeden Cent zurück zahlen“

Mit dem fertigen Film war David nach eigener Darstellung so unzufrieden, dass sie ihn zurückkaufen wollte. Sie habe angeboten, „jeden Cent zurück zahlen“ zu wollen. Eine Netflix-Marketingchefin habe den Vorschlag in einem Gespräch abgelehnt, schreibt David. Ein Rückkauf würde dem Image des Unternehmens schaden, soll die Begründung gelautet haben.

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