Er sitzt seit Monaten in Haft
Wirbel in der Kreisliga: Amateur spielte unter falschem Namen
18.03.2026 – 17:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Spieler aus der Kreisliga sitzt seit geraumer Zeit in Haft. Seinem Klub droht nun eine drastische Strafe – wegen eines kuriosen Falls.
Der sportliche Höhenflug der SpVgg Haidhausen bekommt ein jähes Ende – und das aus einem ungewöhnlichen Grund. Ein Spieler, der auf dem Platz überzeugte, soll unter falschem Namen aufgelaufen sein. Die Folgen sind drastisch.
Denn der Fall Mateo V. erschüttert aktuell den Klub und den kompletten Amateurfußball. Gegen den Spieler werden schwere Vorwürfe erhoben – und Haidhausen droht ein massiver Punktabzug in der Kreisliga 3 des Bayerischen Fußball-Verbands.
Der 34-jährige V., der für Haidhausen in 14 Spielen neun Tore erzielte, sitzt seit geraumer Zeit in Haft. Gegen ihn wird wegen versuchten Mordes und bewaffneten Drogenhandels ermittelt. Am 2. Dezember wurde der bereits mehrfach vorbestrafte Deutsche in Obersendling festgenommen. Während des Einsatzes fuhr er mit seinem Auto auf Polizisten zu, erst mehrere Schüsse stoppten ihn.
Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden Ermittler dann fünf Kilo Amphetamine, 50.000 Euro Bargeld, mehrere scharfe Schusswaffen sowie mehrere falsche Pässe. In diesem Zuge flog dazu auch auf, dass der Spieler unter falschem Namen unterwegs war, in Wahrheit gar nicht „Mateo V.“ heißt.
Und diese falsche Identität hat nun direkte Auswirkungen auf den Spielbetrieb. Der Bayerische Fußballverband (BFV) stellte fest, dass Mateo V. nicht im Besitz einer gültigen Spielberechtigung war. Das Kreis-Sportgericht reagierte und wertete mehrere Partien um: „Das Kreis-Sportgericht hat in seinem erstinstanzlichen Urteil zehn Spielwertungen zu Ungunsten der SpVgg Haidhausen vornehmen müssen, weil der betreffende Spieler aufgrund falscher Angaben nicht einsatzberechtigt gewesen ist“, hieß es in einer Erklärung des BFV.
Haidhausens Klubchef Giuseppe Scialdone wehrt sich nun gegen die Entscheidung und ist vor das Verbandssportgericht gezogen. „Uns trifft keine Schuld, wir sind die Leidtragenden“, sagt er. „Wir alle – Verband und Verein – sind Opfer eines Betrügers geworden. Ich gehe davon aus, dass im Sinne der Gerechtigkeit entschieden wird.“
Für Haidhausen würde das Urteil schließlich einen Verlust von 27 Punkten bedeuten, neun Siege wurden aberkannt. Der bisherige Tabellenführer der Kreisliga 3 würde damit auch seine Spitzenposition verlieren.
Der Verband betonte jedoch, dass der Klub von der falschen Identität nichts wissen konnte. Deshalb habe das Sportgericht „auf weitere Sanktionen gegen den Verein ausdrücklich verzichtet“. Ein Sprecher sagte zudem: „Der geschilderte Fall ist auch für uns ein Novum. Das Verfahren ist auch noch nicht beendet.“ Ob es beim drastischen Punktabzug für den Klub bleibt, ist noch unklar.











