Brandanschlag nahe Rüstungsunternehmen
Haftbefehle gegen zwei Bulgaren nach Brandanschlag erlassen
Aktualisiert am 04.09.2026 – 14:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Zwei bulgarische Tatverdächtige sollen in der Nähe zu Münchner Rüstungsunternehmen Brandsätze herausgeworfen haben. Nun gibt es Haftbefehle.
Nach dem Brandanschlag auf eine Baustelle in unmittelbarer Nähe zu Münchner Rüstungsunternehmen sind zwei aus Bulgarien stammende Tatverdächtige in Untersuchungshaft gekommen. Die 28-Jährige und ihr 38-jähriger Landsmann sollen aus einem Auto heraus Brandsätze geworfen haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft München und das bayerische Landeskriminalamt mitteilten.
In der Nacht zu Donnerstag hatte mindestens einer der Brandsätze zu einem Feuer geführt, das von der Polizei gelöscht wurde. Ein größerer Schaden war nicht entstanden. Ein weiterer Brandsatz musste von Spezialkräften entschärft werden. Ein Zeuge hatte den Vorfall beobachtet und die Polizei alarmiert. Weitere Verdächtig gibt es bislang nicht, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts sagte. Im Zuge der Ermittlungen wurden drei Wohnungen im Landkreis München durchsucht und zahlreiche Gegenstände sichergestellt. Diese werden nun ausgewertet.
In Nachbarschaft der Baustelle befinden sich unter anderem die Firmenzentralen des Sicherheitstechnikherstellers Rohde & Schwarz und des Drohnenherstellers Helsing. Bei letzterem ist öffentlich bekannt, dass das Unternehmen die ukrainischen Streitkräfte im Krieg gegen Russland beliefert.
Ermittler und Innenminister gehen von politischem Motiv aus
Die Ermittler und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gehen jedoch von einem politischen Hintergrund aus. Deswegen hat die Münchner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Bei der Behörde ist die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus angesiedelt.
Die Gefährdung hat sich für deutsche Rüstungsunternehmen im Laufe der vergangenen vier Jahre erhöht. Da Deutschland die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges politisch und militärisch unterstützt und sich mit Blick auf eine etwaige Bedrohung von Nato-Staaten durch Russland auch selbst aufrüstet, ist die Branche zunehmend Ziel hybrider Angriffe sowie von Aktionen linker beziehungsweise linksextremistischer Gruppen.
