Das DFB-Sportgericht hatte nach schweren Ausschreitungen beim Hinspiel in Dresden Strafen gegen beide Clubs verhängt. Die Partie war zweimal unterbrochen worden: zunächst wegen massiven Pyrotechnikeinsatzes im Gästeblock, dann nach Ausschreitungen im Innenraum, nachdem Dynamo-Anhänger ein Hertha-Banner entwendet hatten. Als Konsequenz dürfen die Gästeblöcke bei direkten Duellen beider Clubs in dieser Spielzeit nur zur Hälfte gefüllt werden; Tickets müssen personalisiert ausgestellt werden.
Die Hertha-Ultras „Harlekins“ reagierten mit einem Boykottaufruf: „Lasst uns ein gemeinsames Signal senden, damit Kollektivstrafen durch die Verbände nicht erneut Einzug erhalten. Holt Euch keine Tickets für das Spiel in Dresden!“ Görlich bestätigte, dass die Nachfrage nach Auswärtstickets deutlich geringer als üblich sei. „Ich finde es schade, dass wir keinen organisierten Support haben werden“, sagte er – die Entscheidung der Fanszene stellte er nicht infrage.
Görlich forderte vom Verband Bereitschaft zur Selbstkritik. Diejenigen, die Strafen aussprechen, „dürfen sich auch entwickeln, ihre eigene Wirkung hinterfragen und sich der Scheinheiligkeit stellen“, sagte er. Er betonte, im Austausch mit der aktiven Fanszene zu stehen, auch wenn die Vorstellungen über Prioritäten mitunter auseinandergingen.
Hertha-Chef verteidigt Reese gegen Pfiffe
Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich hat Offensivspieler Fabian Reese gegen Pfiffe wegen dessen Abgang aus der Hauptstadt verteidigt. „Ich bleibe dabei: Fabi hat es nicht verdient, er hat bei uns einen Top-Job gemacht“, sagte der 59-Jährige bei „At Broski – Die Sport-Show“. Reese sei mit der Hertha „immer sauber umgegangen.“
Der 28 Jahre alte Reese, der sich zuvor häufiger mit emotionalen Worten zur Hertha bekannt hatte, war im Sommer aus Berlin zum Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg gewechselt. Den Abgang und das Ziel nehmen einige Fans dem Offensivmann übel.
„Ein erwachsener junger Mann, ein sehr feiner junger Mann wie Fabi, darf eine solche Entscheidung treffen. Ich finde es aber in keinster Weise legitim, dass man dann einen Spieler, egal wo der kickt, auspfeift, nur weil man so ein bisschen mitpfeifen will“, sagte Görlich.
Toni Leistner beendet Karriere – Rückkehr zu Hertha möglich
Toni Leistner hat seine Karriere als Profi-Fußballer beendet. Bei einer Veranstaltung bei den Stachelschweinen im Europacenter verkündete der 36-Jährigen seinen Rücktritt. „Ich bin 36, es ist irgendwann mal an der Zeit. Man war noch fit die letzten Jahre, vielleicht hat dann das die Entscheidung schwieriger gemacht, aber momentan bin ich extrem fine damit“, wird der frühere Innenverteidiger, der 85 Spiele auf seiner letzten Station bei Hertha BSC absolviert hatte, von der „Bild“ zitiert.
Der Vertrag des gebürtigen Dresdners war zum Saisonende ausgelaufen und nicht verlängert worden. Zuletzt gab es Gerüchte, Leistner könne sich als vertragsloser Spieler Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus anschließen.