Wahl in Baden-Württemberg
Wahlkrimi: CDU holt in neuer Hochrechnung rasant auf
Aktualisiert am 08.03.2026 – 20:26 UhrLesedauer: 2 Min.
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Eine neue Hochrechnung zur Wahl in Baden-Württemberg sieht die Grünen vor der CDU. Doch der Vorsprung schmilzt.
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liefern sich Grüne und CDU ein enges Rennen um Platz eins. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF liegen die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir knapp vor der CDU von Landeschef Manuel Hagel – doch der Vorsprung schmilzt.
Die AfD verdoppelt ihr Ergebnis und landet auf Platz drei. Die SPD stürzt auf ein historisches Tief bei Landtagswahlen bundesweit – Spitzenkandidat Andreas Stoch zog die Konsequenzen und kündigte seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef an. FDP und Linke scheitern an der Fünfprozenthürde.
Den Hochrechnungen zufolge kommen die Grünen auf 30,4 bis 31,8 Prozent (2021: 32,6 Prozent), die CDU liegt mit 29,7 bis 30,2 Prozent knapp dahinter (24,1). Die AfD erhält 17,7 bis 18,6 Prozent (9,7). Mit großem Abstand folgt die SPD mit 5,4 bis 5,6 Prozent (11,0). Die FDP kommt auf 4,4 Prozent (10,5), die Linke ebenfalls auf 4,4 Prozent (3,6).
Die Wahlbeteiligung liegt den Prognosen nach bei 69,5 bis 71,5 Prozent (2021: 63,8). Gut 7,7 Millionen Wahlberechtigte durften ihre Stimme abgeben – so viele wie nie zuvor.
Erstmals galt ein neues Wahlrecht, auch 16- und 17-Jährige durften abstimmen. Zudem hatten Bürger zum ersten Mal zwei Stimmen, wie bei der Bundestagswahl. Die Zweitstimme entscheidet über die Kräfteverhältnisse im Landtag, die Erststimme über den Direktkandidaten im Wahlkreis.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen trat nach 15 Jahren nicht mehr an. Der 77-Jährige, bundesweit der erste und einzige Regierungschef der Grünen, verabschiedet sich in den Ruhestand. Seit 2016 regierte er mit der CDU, davor mit der SPD. Es gilt als wahrscheinlich, dass CDU und Grüne erneut zusammen regieren.
Im Mittelpunkt des Wahlkampfs stand die Wirtschaftspolitik. Baden-Württemberg ist ein industrielles Herz Deutschlands – und abhängig von der Autoindustrie, die einen Strukturwandel durchmacht. Tausende Jobs stehen zur Disposition, etliche Regionen blicken mit Sorge auf die Zukunft.
