Ausflug ab Braunschweig
Himmelblaue Kirche im Harz überrascht mit Deutschland-Rekord
Aktualisiert am 13.06.2026 – 04:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Nur rund eine Stunde von Braunschweig entfernt steht ein außergewöhnliches Bauwerk. Es beeindruckt mit ihrer Geschichte und ihrer markanten Fassade.
Wer im Harz nach einem ungewöhnlichen Ausflugsziel sucht, wird in Clausthal-Zellerfeld fündig. Dort steht die Marktkirche zum Heiligen Geist – die größte Holzkirche Deutschlands. Schon ihre himmelblaue Fassade macht das Bauwerk zu einem Blickfang.
Die Kirche entstand mitten im Dreißigjährigen Krieg. Nachdem ein Großbrand 1634 große Teile Clausthals zerstört hatte, wurde zwischen 1639 und 1642 ein neues Gotteshaus errichtet. Finanziert wurde der Bau zu einem großen Teil durch den Bergbau, der damals Wohlstand in die Region brachte. Die Kirchenglocken dienten nicht nur dem Gottesdienst, sondern auch dazu, die Bergleute über Schichtbeginn und Schichtende zu informieren.

Mit 57 Metern Länge und 26 Metern Breite gehört die Marktkirche zu den markantesten Bauwerken des Harzes. Das Gebäude besteht vollständig aus Fichten- und Eichenholz. Geeignete Natursteine standen im Oberharz für einen Bau dieser Größe nicht zur Verfügung.
Himmelblaue Fassade mit besonderer Bedeutung
Besonders auffällig ist die blaue Außenfassade. Die Farbe galt einst als Symbol göttlicher Weisheit. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Erscheinungsbild mehrfach. Die Kirche war zeitweise hellgrün, dunkelgrau oder ockergelb gestrichen und sogar mit Schiefer verkleidet. Seit einer Sanierung trägt sie wieder ihren ursprünglich himmelblauen Anstrich.
Auch im Inneren finden Besucher zahlreiche historische Kunstwerke. Der Altar stammt aus dem Jahr 1642 und wird dem Frühbarock zugeordnet. Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die Kanzel und der Taufstein des Bildschnitzers Andreas Gröber. Als besonderes Schmuckstück gilt die Orgel. Erhalten geblieben ist der Rokoko-Orgelprospekt von 1758 mit Tier- und Pflanzenornamenten sowie musizierenden Engeln.

Kirche wurde nach Brand beschädigt
Seit 2005 gilt die Marktkirche als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Im Juli 2025 wurde das Gebäude bei einem Brand beschädigt. Betroffen waren vor allem die Fassade und der Dachstuhl. Für die Reparatur sollen rund 100 Jahre alte Fichten aus dem Harz verwendet worden sein. Nach Angaben der Niedersächsischen Landesforsten wurden dafür geeignete Bäume im Stadtwald von Clausthal-Zellerfeld ausgewählt und verarbeitet.
Der Innenraum blieb bei dem Feuer weitgehend unversehrt. Die Kirche ist inzwischen wieder geöffnet, Gottesdienste finden dort wieder statt.










