Aufwinde und Nestflüchter

Vogelschlagrisiko an Flughäfen steigt


02.07.2026 – 07:33 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Turmfalke hebt ab: Junge Greifvögel werden gerade flügge und sind besonders kollisionsgefährdet. (Quelle: IMAGO/Dirk Manderbach)

Viele Jungvögel starten derzeit ihre ersten Flugversuche. Piloten an deutschen Flughäfen müssen jetzt besonders auf Greifvögel aufpassen, die zu Beginn des Sommers das Nest verlassen.

Für Hobbyflieger und professionelle Piloten steigt in den kommenden Tagen an vielen deutschen Flughäfen das Risiko von Vogelschlägen. Darauf weist der Deutsche Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr (DAVVL) in seiner aktuellen Risikoprognose für Anfang Juli hin.

Die Bestände der meisten Vogelarten seien derzeit zwar weitgehend stabil, das Brutgeschehen präge jedoch weiterhin ihr Verhalten. Dadurch komme es an Flughäfen und in deren Umgebung vermehrt zu Flugbewegungen und größeren Ansammlungen von Vögeln.

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Turmfalken und Mäusebussarde bereiten Experten Sorgen

Ein besonderer Risikofaktor sind nach Angaben der Experten jetzt die ersten flüggen Greifvögel. Vor allem Turmfalken und Mäusebussarde verlassen ab Ende Juni ihre Nester und gelten wegen ihrer noch geringen Flugerfahrung als besonders kollisionsgefährdet.

Die Flugbetriebsflächen seien für die Tiere attraktive Jagdgebiete. Häufig säßen sie auf oder neben den Start- und Landebahnen oder kreisten in geringer Höhe auf Nahrungssuche über den Sicherheitsstreifen. Kollisionen mit diesen vergleichsweise großen Vögeln könnten deutlich schwerwiegendere Folgen haben als Zusammenstöße mit kleineren Arten.

Weiterhin kommt es laut DAVVL zwar besonders häufig zu Kollisionen mit Schwalben und Mauerseglern. Diese führen jedoch nur in seltenen Fällen zu Schäden an Flugzeugen, heißt es.

Große Vogelschwärme erhöhen das Risiko

Auch bei anderen Vogelarten beobachten die Experten derzeit erhöhte Aktivitäten. Stare, Krähen und Graureiher haben ihre Brut bereits abgeschlossen. Deshalb treten sie vielerorts in größeren Trupps oder Schwärmen auf, auch im Umfeld von Flughäfen.

Tagsüber stellen zudem regelmäßige Pendelflüge zwischen Brut-, Rast- und Schlafplätzen ein erhöhtes Risiko dar. Betroffen sind vor allem Gänse, Krähen, Möwen und Schreitvögel, die meist in niedrigen Flughöhen unterwegs sind.

Ein Flugzeug inmitten eines Vogelschwarms. (Quelle: ARNULF HETTRICH via www.imago-images.de)

Zahlen

Im Jahr 2024 wurden insgesamt 1.763 Wildtierschläge an Flugzeugen in Deutschland registriert. Die meisten Schäden verursachten Kollisionen mit Vögeln an den Triebwerken (44 Prozent) sowie an den Tragflächen, Rotoren und Frontscheiben von Flugzeugen. (Quelle: DAVVL)

Bei sommerlichen Temperaturen kann sich die Lage zusätzlich verschärfen. Greifvögel wie Milane sowie Schreitvögel nutzen dann thermische Aufwinde, um an Höhe zu gewinnen. An heißen und trockenen Tagen müssen Piloten in der Nähe großer Gewässer außerdem mit Möwenschwärmen rechnen, die über Flughäfen auf Insektenjagd gehen und dadurch ebenfalls das Vogelschlagrisiko erhöhen.

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