Greenpeace-Protest
Aktivisten klettern am Berliner Hauptbahnhof hoch
Aktualisiert am 25.03.2026 – 15:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Sechs Aktivisten klettern auf einen Kran am Berliner Bundeskanzleramt und hissen ein Banner. Am Nachmittag folgt eine weitere Aktion.
Am frühen Nachmittag sind vier Greenpeace-Aktivisten auf einen Eisenträger des Berliner Hauptbahnhofs geklettert. Das bestätigte die Polizei auf Nachfrage. Zuvor hatte ein Reporter vor Ort berichtet. Dort haben die Aktivisten ein Transparent befestigt.
Bereits am Morgen hatten sich Greenpeace-Aktivisten Zugang zu einem Kran auf dem Gelände des Berliner Bundeskanzleramts verschafft und dort ein Banner gegen fossile Energiepolitik gehisst.
Laut Bundespolizei kletterten die sechs Personen gegen 5.55 Uhr auf den Kran. Vier von ihnen seilten sich anschließend mit einem Banner ab, das die Aufschrift „Freiheit statt fossile Politik“ trug. Gegen 8.40 Uhr hätten die Aktivisten den Kran freiwillig verlassen, so die Bundespolizei. Die weiteren Ermittlungen habe die Berliner Polizei übernommen.
Greenpeace begründete die Aktion einer Mitteilung der Organisation zufolge mit Deutschlands Abhängigkeit von Öl und Gas. Die Protestaktion fiel zeitlich mit dem Kabinettsbeschluss zum neuen Klimaschutzprogramm zusammen.
Mit dem Programm erfüllt die Bundesregierung eine gesetzliche Pflicht. Sie musste spätestens ein Jahr nach Beginn der Legislaturperiode – also bis Mittwoch – darlegen, wie Deutschland seine Klimaziele erreichen will. Das Programm sieht unter anderem mehr Windräder an Land, Förderung für klimaangepasste Mischwälder sowie eine bereits beschlossene neue Förderung für Elektroautos vor.
Deutschland hat sich verpflichtet, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Bis 2045 will das Land klimaneutral sein – also nicht mehr Treibhausgase ausstoßen, als wieder gespeichert werden können. Nach europäischen Vorgaben muss Deutschland seine Emissionen bis 2030 zudem um die Hälfte gegenüber 2005 reduzieren. Derzeit verfehlt Deutschland diese Ziele.
Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace, kritisierte das neue Programm als unzureichend. Die nötigen CO2-Einsparungen bis 2030 seien „knapp und optimistisch kalkuliert“, erklärte Kaiser. Im Bereich Verkehr vermisse er Maßnahmen wie ein Tempolimit.
