Wenn Energie, Transport und Lebensmittel gleichzeitig teurer werden, zieht die Inflation wieder an. Zur Einordnung: Inflation bedeutet, dass Geld an Kaufkraft verliert; Sie können sich für den gleichen Betrag weniger leisten.

Experten erwarten, dass die Teuerung in Deutschland von zuletzt 1,9 Prozent auf über 2,5 Prozent steigen könnte. Die EZB rechnet sogar mit 2,6 Prozent für 2026. In den USA drohen den Währungshütern zufolge im Extremfall Inflationsraten von über fünf Prozent.

Steigende Inflation zwingt Zentralbanken normalerweise dazu, die Zinsen anzuheben. Ein höherer Leitzins verteuert Kredite und bremst die Wirtschaft – soll aber gleichzeitig die Preise stabilisieren.

Aber genau hier liegt das Problem: Zu hohe Zinsen würgen das Wachstum ab, und zu niedrige Zinsen lassen die Inflation weiter steigen. Eigentlich geplante Zinssenkungen, etwa durch die Bank of England oder die Fed, wurden bereits verschoben oder ausgesetzt, um den Preisdruck zu dämpfen. Stattdessen sind nun weitere Zinserhöhungen aufgrund eines anhaltenden Krieges im Iran möglich – und das trotz schwächelnder Wirtschaft.

Eigentlich profitiert Gold von Inflation. Denn anders als Geld verliert es nicht einfach an Wert. Doch aktuell wirkt ein anderer Faktor stärker: die Zinsen.

Gold wirft keine laufenden Erträge ab, wie Zinsen auf Sparguthaben oder Dividenden aus Aktien und Fonds. Steigen die Leitzinsen, werden alle alternativen Geldanlagen, darunter auch Anleihen, attraktiver.

Entscheidend ist deshalb der sogenannte Realzins: Das ist der Zinssatz abzüglich der Inflation.

Da sich die Leitzinsen aktuell noch nicht geändert haben, ist es vor allem die Angst vor steigenden Zinsen, die den Goldpreis trotz Krise derzeit drückt.

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