Ermittlungen wegen Tierquälerei

Gassi hinterm E-Roller: Golden Retriever kollabiert und stirbt


30.06.2026 – 09:04 UhrLesedauer: 3 Min.

Golden Retriever: Mit ihrem dichten, langen Fell sind sie für Hitze besonders empfindlich.

Golden Retriever: Mit ihrem dichten, langen Fell sind sie für Hitze besonders empfindlich. Das Foto zeigt nicht den gestorbenen Hund. (Quelle: Westend61)

Die enormen Temperaturen der vergangenen Tage ließen nicht nur viele Menschen stöhnen und leiden, sondern auch Tiere. Für Empörung sorgt die Nachricht vom Tod eines Golden Retrievers nach einem Gassigang.

Im hessischen Westerwald ist ein Hund gestorben, nachdem er in der prallen Sonne mittags mit einem Paar unterwegs war, das selbst auf E-Rollern fuhr. Die Polizei Limburg führt ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Zeuginnen hatten gesehen, wie der Hund am 22. Juni gegen 13.30 Uhr kollabiert auf dem Bürgersteig in der Sonne lag. An dem Tag war es in der 60 Kilometer nördlich von Wiesbaden gelegenen Gemeinde Waldbrunn-Fussingen 33 Grad heiß. Neben dem Hund standen ein Mann und eine Frau jeweils mit E-Rollern.

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Laut einem Zeugen, mit dem t-online sprechen konnte, brach zwischen hinzugeeilten Tierfreunden und dem Mann eine Diskussion aus, dem Hund müsse schnell geholfen werden. Eine zufällig anwesende Frau lud den Hund schließlich in ihr Auto und fuhr ihn zu einer Tierarztpraxis im Nachbarort. Dort gelangte der Hund zunächst wieder zu Bewusstsein, wie die Kreisverwaltung Limburg-Weilburg t-online bestätigte.

Golden Retriever starb nachts in Tierklinik

Zwei Tierärztinnen des Veterinäramts fuhren umgehend in die Praxis und entschieden mit der behandelnden Tiermedizinerin, den vierjährigen Rüden zur weiteren Versorgung in eine Tierklinik zu bringen. Er konnte dort nicht mehr gerettet werden. „Trotz aller Maßnahmen ist der Hund dort in der Nacht gestorben“, heißt es von einem Sprecher des Kreises. Auch wenn einiges darauf hindeutet, dass der Golden Retriever an den Folgen eines Hitzeschlags gestorben ist, laufen die Untersuchungen zur Todesursache noch.

Ob es sich bei dem Mann und der Frau, die mit dem Hund auf E-Rollern unterwegs waren, um die Halter handelt, teilte die Kreisverwaltung nicht mit. Die Polizei ermittelt nach einer Anzeige, steht aber noch am Anfang. Die Ergebnisse dürften auch in den weiteren Verfahren eine Rolle spielen: Das Tierschutzgesetz gibt für das Veterinäramt einen Bußgeldrahmen von bis zu 25.000 Euro vor, die Behörde kann auch ein Tierhalteverbot aussprechen.

Im Netz läuft unterdessen ebenfalls eine Suche. In örtlichen Gruppen und in Tierschutz-Kreisen auf Facebook zieht ein Bild Kreise, das den Sachverhalt darstellt und Zeugen aufruft, sich beim Veterinäramt zu melden. Die Kreisverwaltung machte keine Angaben, ob sich dort Zeugen gemeldet haben und weiterhin Hinweise erbeten sind.

In den Postings werden Personen gesucht, die den Hund und die E-Roller-Fahrer vorher gesehen haben. Sie sollen zuvor zumindest in einem zwei Kilometer entfernten Ort gewesen sein, der Weg von dort führt über eine Straße ohne Schatten. Eine offizielle Bestätigung für dieses Gerücht gibt es nicht.

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