Nach jahrelanger Ankündigung
Termin steht: Görlitzer Park schließt bald nachts seine Tore
19.02.2026 – 16:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Berliner Senat setzt die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks nach Jahren nun zum 1. März um. Widerstand und Proteste formieren sich dagegen.
Die seit Jahren angekündigte nächtliche Schließung des Görlitzer Parks in Berlin-Kreuzberg hat nun einen konkreten Starttermin erhalten. Eine Sprecherin der Senatsumweltverwaltung bestätigte, dass die Umsetzung zum 1. März erfolgen soll. Die neu installierten schwenkbaren Tore an den zahlreichen Parkeingängen werden dann je nach Jahreszeit ab 22 oder 23 Uhr abgeschlossen.
Die Drehkreuze bleiben in eine Richtung zum Verlassen des Parks geöffnet. Bis zum Starttermin sollen auch die letzten kleinen Lücken im Zaun und rund um die Eingangstore geschlossen werden. Wachleute privater Firmen sollen das Öffnen und Schließen übernehmen sowie Kontrollen im Park durchführen.
Der Wachdienst kostet laut einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linken 800.000 Euro pro Jahr. Die offizielle Ausschreibung für den Wachdienst beginnt allerdings erst im Mai. Mit der Schließung wollen Senat und Polizei nach eigenen Angaben die Drogen- und Gewaltkriminalität zurückdrängen.
Die Polizei argumentiert, die Verfolgung der Dealer und die Unterbindung des Drogenhandels sei deutlich leichter, wenn der Park nicht mehr als nächtliches Versteck dienen könne. In den vergangenen Monaten wurden die Drehkreuze und der Zaun immer wieder beschädigt.
Die Schließung des Parks in der Nacht wurde vom Senat bereits 2023 beschlossen. Die Umsetzung verzögerte sich unter anderem, weil der von den Grünen geführte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Widerstand leistete. Eine Gerichtsentscheidung zu diesem Konflikt steht noch aus.
Initiativen, die gegen die nächtliche Schließung sind, kündigten im Internet erneut Proteste, Widerstand und Klagen an. Die Auseinandersetzung um die Nutzung des beliebten Parks im Herzen Kreuzbergs geht damit in die nächste Runde.
