Möglicher Einfluss aufs Sterberisiko

Nach Prostatakrebs könnte die Wahl der Fette wichtig sein


02.09.2026 – 17:11 UhrLesedauer: 3 Min.

Mann bereitet Salat zu (Symbolbild): Pflanzenöle sind reich an gesunden Fetten. (Quelle: opolja/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Was auf den Teller kommt, ist nach Prostatakrebs nicht egal. Laut einer Studie könnte sich der Speiseplan auf die Sterblichkeit auswirken. Insbesondere die Art der Fette scheint eine Rolle zu spielen.

Männer mit Prostatakrebs haben oftmals gute Chancen, noch Jahre oder Jahrzehnte zu leben. Wie alt sie werden, hängt von zahlreichen Faktoren ab, die nicht nur mit der Krebserkrankung zu tun haben. Auch die Ernährung ist laut einer neuen Langzeitstudie von Bedeutung: Betroffene, die nach der Diagnose besonders viele gesättigte Fette aßen, hatten im Beobachtungszeitraum ein höheres Sterberisiko als Männer, die davon wenig zu sich nahmen. Der Unterschied ging vor allem auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück – nicht auf Prostatakrebs selbst.

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Ernährungsweise von 5.000 Patienten erfasst

Konkret ging es um Männer mit nicht metastasiertem Prostatakrebs. So nennt man Tumoren, die noch nicht gestreut, noch keine Metastasen gebildet haben. Die Forscher analysierten Daten von 4.884 US-amerikanischen Betroffenen.

Im Mittel waren diese bei der Diagnose knapp 70 Jahre alt. Die Wissenschaftler erfassten mithilfe von Fragebögen, wie sich die Teilnehmer ernährten. Diese Befragungen fanden frühestens sechs Monate nach der Diagnose statt – also erst, nachdem die erste intensive Behandlungsphase vorbei war.

Anschließend ordneten die Forscher die Männer nach ihrem Fettkonsum in Gruppen ein: von einem besonders niedrigen bis zu einem besonders hohen Verzehr. Über viele Jahre verfolgten sie, wie sich die Gesundheit der Teilnehmer entwickelte. Zum Schluss glichen sie die Daten mit den Sterberegistern ab. So konnten sie feststellen, ob und woran ein Teilnehmer gestorben war.

Lebensmittel mit gesättigten und ungesättigten Fetten

Gesättigte Fette stecken etwa in Butter, fettreichen Milchprodukten und vielen Fleischwaren. Sie kommen also vor allem in tierischen Lebensmitteln vor, aber auch in manchen pflanzlichen Produkten wie Kokos- und Palmöl. Ungesättigte Fette finden sich unter anderem in pflanzlichen Ölen wie Olivenöl, Nüssen, Samen und Avocados.

Sterberisiko und bevorzugte Fette hängen zusammen

Während der im Schnitt fast 13 Jahre dauernden Beobachtung starben 3.040 Teilnehmer. Dabei fiel auf: Bei den Männern, die besonders viele gesättigte Fette aßen, lag das Sterberisiko statistisch gesehen um 24 Prozent höher als bei jenen mit dem geringsten Konsum. Noch deutlicher war der Unterschied bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Hier lag das Risiko um 42 Prozent höher.

Die Forscher wollten jedoch nicht nur die Sterblichkeit vergleichen. Sie gingen ferner der Frage nach: Was wäre passiert, wenn Männer, die viele tierische Fette zu sich nahmen, einen Teil der daraus stammenden Kalorien durch die gleiche Kalorienmenge aus pflanzlichen Fetten ersetzt hätten? Eine Modellrechnung ergab: Ihr Sterberisiko wäre geringer gewesen.

Ersetzten die Wissenschaftler rechnerisch ein Teil der gesättigten Fette durch einfach ungesättigte Fette, fiel der Rückgang noch deutlicher aus. (Wichtig: Die Männer stellten ihre Ernährung nicht tatsächlich um. Die Forscher ermittelten rechnerisch, wie sich ein solcher Austausch statistisch ausgewirkt hätte.)

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