Putins Propaganda torpediert?
Russisches Gericht verbietet Oscar-Film des ZDF
Aktualisiert am 26.03.2026 – 13:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Wladimir Putin lässt an russischen Schulen Staatspropaganda verbreiten. Eine Doku zeigt das ganze Ausmaß – und darf nun in Russland nicht mehr gezeigt werden.
Dieser Film dürfte Putin ein Dorn im Auge sein. Jetzt hat ein Gericht in Russland das jüngst mit dem Oscar für die beste Dokumentation ausgezeichnete Werk „Ein Nobody gegen Putin“ des Filmemachers Pawel Talankin verboten. Das Zentrale Bezirksgericht von Tscheljabinsk in der Heimatregion Talankins habe die Entscheidung aufgrund einer Verwaltungsklage getroffen, meldete das lokale Portal „It’s My City“ aus dem Verhandlungssaal.
Demnach sieht das Gericht in dem Film Propaganda für Terrorismus und extremistische Symbolik. Bei Arte ist die Doku in der Mediathek noch bis Ende April 2030 abrufbar.
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Die Klage sei eingereicht worden, weil in dem Film Kinder zu sehen sind, „deren Eltern der Veröffentlichung nicht zugestimmt hatten“, hieß es. Demnach verhängte das Gericht ein Verbot, den auf verschiedenen Internetportalen in Russland abrufbaren Film zu zeigen oder zu verbreiten. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft zielt der Film darauf ab, eine negative Haltung gegenüber der russischen Führung und Ablehnung zum Krieg in der Ukraine zu erzeugen.
Talankin hatte als Lehrer und Videobeauftragter einer Schule in seiner Heimatstadt Karabasch im Gebiet Tscheljabinsk unter anderem patriotische Veranstaltungen als Beweis für eine Militarisierung des Alltags von Kindern aufgenommen und auch Schüler in Interviews zum Krieg befragt.
Mit diesem Filmmaterial, das die Veränderungen in der russischen Gesellschaft durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine dokumentiert, floh er aus Russland. Der in Kopenhagen lebende US-Regisseur David Borenstein montierte aus den Aufnahmen einen Film, der auch die Wandlung Talankins zu einem entschlossenen Kriegsgegner zeigt.
Talankin wird mittlerweile in seiner Heimat als Verräter geschmäht. Der russische Starregisseur Nikita Michalkow, der selbst 1995 einen Oscar für seinen Film „Die Sonne, die uns täuscht“ erhielt, bezeichnete die Doku etwa als unverschämtes „Manifest des Russenhasses“. Es handele sich klar um ein antirussisches Machwerk im Auftrag westlicher Geldgeber, behauptete er mit Blick auf die Koproduktion von Dänemarks öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalt DR, der britischen BBC sowie von ZDF und Arte.










