Arzt kassierte Millionen
Hausbesuche, die nie stattfanden: Haftstrafe wegen Betrug
23.02.2026 – 18:24 UhrLesedauer: 1 Min.
Wegen schweren Betrugs kassiert ein Arzt eine mehrjährige Haftstrafe. Der Mann soll außerdem eine Patientin unsittlich berührt haben.
Das Gericht hat einen Arzt aus Niederbayern zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der Mediziner habe der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) über einen Zeitraum von 13 Quartalen nicht erbrachte Leistungen in Rechnung gestellt, teilte eine Sprecherin des Landgerichts Nürnberg-Fürth nach dem Urteil mit. Er verursachte dadurch einen Schaden von knapp 1,5 Millionen Euro.
Außerdem habe er eine Patientin ohne medizinischen Grund unsittlich berührt, so die Gerichtssprecherin. Der Mediziner arbeitete als sogenannter Poolarzt in Niederbayern. Er soll Hausbesuche im Notdienst abgerechnet haben, die niemals stattfanden.
Die Prüfmechanismen der Kassenärztlichen Vereinigung hätten den Betrug aufgedeckt, sagte die Gerichtssprecherin. Ein Poolarzt übernimmt Bereitschaftsdienste und rechnet diese auf Grundlage einer Vereinbarung mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab.
Das Gericht blieb unter dem Antrag der Generalstaatsanwaltschaft, die sechs Jahre und neun Monate Haft gefordert hatte. Die Verteidigung hatte drei Jahre und neun Monate als ausreichend angesehen. Die Kammer lehnte jedoch den Antrag auf ein Berufsverbot für den Mediziner aus rechtlichen Gründen ab. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.










