„Ich finde es erschreckend“

Lachende Kölnarena – Plan empört Karnevalisten


08.08.2026 – 12:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Tanzgruppe bei der Lachenden Kölnarena (Archivbild): Traditionskorps sollen künftig nicht mehr auftreten. (Quelle: Christoph Hardt via www.imago-images.de/imago-images-bilder)

Die Organisatoren der Lachenden Kölnarena planen eine einschneidende Veränderung. Die Karnevalisten verfolgen die Angelegenheit mit Argwohn.

Bei der Lachenden Kölnarena steht eine Veränderung an, die schon jetzt zu Unmut unter den Karnevalisten führt. Wie zunächst der „Express“ berichtete, sollen die Kölner Traditionskorps bei der beliebten Karnevalssitzung künftig keine Auftritte mehr absolvieren dürfen. So sollen sie lediglich gemeinsam mit dem Dreigestirn aufziehen, die Bühne dann aber auch wieder mit Prinz, Bauer und Jungfrau verlassen – Tänze oder andere Darbietungen durch die Traditionskorps wird es so nicht mehr geben.

Laut „Express“ habe Michael Burgmer von der Gastspieldirektion verkündet, dass diese Änderung ab dem Jahr 2028 greifen und dazu dienen soll, das Programm etwas einzukürzen. Auswirkungen auf das Honorar aber soll es nicht geben.

Lachende Kölnarena: Büttenredner äußert scharfe Kritik

Auf Facebook meldete sich der Büttenredner und Karnevalist Jörg Runge zu Wort, der auch als der „Dä Tuppes vum Land“ bekannt ist. Laut ihm sollen in der durch die Kürzung gewonnenen Zeit – etwa zehn Minuten – mehr Nachwuchskünstler bei der Lachenden Kölnarena auftreten können. „Natürlich ist es wichtig, Nachwuchskünstlern eine Bühne zu geben“, schreibt Runge. „Darüber müssen wir überhaupt nicht diskutieren. Aber warum muss man dafür Tradition und Nachwuchs gegeneinander ausspielen?“

Jörg Runge alias „Dä Tuppes vum Land“ (Archivbild): Er sieht die Entwicklungen im Kölner Karneval kritisch. (Quelle: Jens Krick via www.imago-images.de/imago)

Wie Runge weiter ausführt, passe die geplante Änderung zu einem Trend, den er schon länger beobachte. So würden viele Sitzungen zunehmend kürzer, weil Programmpunkte gestrichen werden. Die Eintrittskarten aber würden dadurch nicht günstiger, so Runge. „Stattdessen versucht man, immer mehr Musik, Party und Stimmung in ein immer kürzeres Zeitfenster zu pressen. Das kann man natürlich machen. Aber irgendwann sollte man sich dann auch fragen, ob man noch eine Karnevalssitzung veranstaltet oder lediglich eine große Party mit ein paar jecken Dekorationselementen.“

„Was machen wir eigentlich mit unserem Karneval?“

Für Runge stelle sich die Frage, was „wir eigentlich mit unserem Karneval“ machen würden, wenn immer mehr Programmpunkte gestrichen werden. „Fastelovend lebt aus meiner Sicht von seiner Vielfalt: von Bands und Rednern, von Tanzgruppen und Traditionskorps, vom Dreigestirn und selbstverständlich auch vom Nachwuchs“, so der Büttenredner. „Es kann doch nicht die Lösung sein, einen Teil davon aus dem Programm zu streichen, um für einen anderen Platz zu schaffen.“

Die Lachende Kölnarena findet seit 1998 in der heutigen Lanxess Arena statt, zuvor wurde sie unter anderem Namen ab 1965 in der Kölner Sporthalle durchgeführt. Die Karnevalssitzung verzeichnete erst in diesem Jahr einen neuen Besucherrekord, wie die Veranstalter im Februar mitteilten. So hätten am 7. Februar 18.500 Leute bei der Lachenden Kölnarena gefeiert – so viele, wie noch nie an einem einzelnen Termin.

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