Aus Parteispitze
Thüringens Innenminister zieht sich zurück – und fordert SPD-Neustart
23.09.2026 – 10:52 UhrLesedauer: 1 Min.
Georg Maier gibt den Vorsitz der Thüringer SPD ab, bleibt aber Innenminister. Der Bundespartei wirft er vor, den Kontakt zu früheren Wählern verloren zu haben.
Der Thüringer Innenminister Georg Maier hat seinen Rückzug als SPD-Landeschef angekündigt und gleichzeitig die Bundespartei kritisiert. Der 59-Jährige sagte dem Magazin „Stern“ nach Angaben vom Mittwoch, er wolle die Mehrfachbelastung durch Partei, Regierung und Familie „etwas reduzieren“ und am geplanten Parteitag am 21. November nicht mehr zur Wahl antreten.
Landesinnenminister will der seit 2020 amtierende Thüringer SPD-Chef aber bleiben. „Das ist ausdrücklich kein Rückzug aus der Politik“, sagte er. Als seine Nachfolgerin an der SPD-Spitze schlage er Sozialministerin Katharina Schenk vor.
Mit Blick auf die Bundes-SPD sagte Maier, diese brauche „eine positive Zukunftserzählung, aber auch strukturelle Änderungen“. Er vermisse die Basis in den Gremien der Bundes-SPD, die Hierarchien wirkten zu wenig durchlässig. „Wo sind denn die Azubis bei den Jusos? Und wo die Arbeiter in den Bezirks- und Landesvorständen?“, fragte Maier. Die SPD habe den Kontakt zu Teilen ihrer früheren Wählerschaft verloren.