Scharfe Sanktionen
Südtirol greift gegen Wildcamper durch
Aktualisiert am 23.06.2026 – 15:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Wildcampen ist in Südtirol ein wachsendes Problem. Nun geht eine Gemeinde der Region mit einer umfassenden Verordnung dagegen vor.
Urlaub mit dem Wohnmobil, Wohnwagen oder Campervan ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Europaweit gibt es etliche Campingplätze, die viel Komfort bieten – von sanitären Anlagen bis hin zu Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie. Und trotzdem ziehen es einige Camper vor, ihr Lager in der Wildnis aufzuschlagen.
In Brixen in Südtirol wird jetzt dagegen vorgegangen. Die Stadt hat eine neue Verordnung erlassen, die das Campieren auf öffentlichem und privatem Grund klar regelt, wie das lokale Nachrichtenportal „Südtirol News“ berichtet. Brixen gehört damit zu den ersten Gemeinden der Region, die eine so umfassende Regelung einführt. Erst kurz zuvor hatte Innichen im Südtiroler Pustertal eine ähnliche Verordnung erlassen.
Hintergrund ist ein deutlicher Anstieg von Urlaubern mit Wohnmobilen und Campern. Dabei kam es zu Problemen: Öffentliche Flächen wurden zweckwidrig genutzt, Tische, Stühle und Zelte aufgestellt – und Abfall, Grauwasser sowie Fäkalien wurden unsachgemäß entsorgt. Das belastet laut Stadtverwaltung nicht nur die Umwelt, sondern führt auch zu höheren Reinigungskosten und Konflikten im öffentlichen Raum.
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Die neue Verordnung zieht eine klare Linie:
- Erlaubt bleibt das reine Parken von Wohnmobilen im Rahmen der Straßenverkehrsordnung.
- Verboten ist jede Form des Kampierens – also das Einrichten von Stellplätzen mit Campingausrüstung oder das Ablassen von Flüssigkeiten.
Sanktionen bei Verstößen gegen neue Regeln
Mobilitäts- und Ortspolizeistadtrat Thomas Schraffl betont, dass öffentliche Parkflächen keine Campingplätze seien. Die Verordnung schaffe Rechtssicherheit und gebe der Ortspolizei ein wirksames Instrument gegen illegales Campieren und Umweltverschmutzung. Bei Verstößen sind Sanktionen vorgesehen.
Besonderes Augenmerk legt die Stadt auf den Umwelt- und Ressourcenschutz. Die unsachgemäße Entsorgung von Abfällen und Abwässern könne Böden, Gewässer und sensible Naturräume gefährden – ein Risiko, das die Stadtverwaltung nicht länger hinnehmen will.
Tourismusstadträtin Sara Dejakum betont: „Brixen steht für Qualitätstourismus und einen respektvollen Umgang mit unserer Natur- und Kulturlandschaft.“ Die allermeisten Gäste verhielten sich vorbildlich – Wildcampen hingegen schade sowohl der Umwelt als auch dem Standort.
