Energiekosten 2027
Berliner Haushalte zahlen bald mehr für Gas und Strom
17.10.2026 – 16:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Netzentgelte für Gas und Strom steigen im kommenden Jahr bundesweit. Für Berliner fällt der Anstieg dabei deutlich stärker aus als anderswo.
Die Netzentgelte für Gas und Strom steigen im Jahr 2027 in Berlin überdurchschnittlich stark. Das zeigen Berechnungen des Vergleichsportals Verivox. Für Gas werden demnach rund 8 Prozent mehr fällig, beim Strom fällt der Anstieg ähnlich hoch aus. Grundlage der Auswertung sind bisher veröffentlichte Daten der Verteilnetzbetreiber.
Bundesweit steigen die Gasnetzentgelte im Schnitt um rund 3 Prozent. Für eine Familie im Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das rechnerische Mehrkosten von rund 19 Euro brutto. In Berlin liegt der Anstieg mit rund 8 Prozent deutlich darüber, was für denselben Haushalt etwa 38 Euro mehr im Jahr ausmacht. In Brandenburg steigen die Gasnetzentgelte um rund 4 Prozent, was Mehrkosten von rund 23 Euro entspricht.
Berliner müssen 2027 etwa 33 Euro mehr für Strom zahlen
Auch bei den Stromnetzentgelten liegt Berlin über dem Bundesschnitt: Während die Entgelte bundesweit um durchschnittlich 1,9 Prozent steigen, was für einen Drei-Personen-Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch rund 8 Euro mehr bedeutet, beträgt der Anstieg in Berlin rund 8 Prozent, also etwa 33 Euro. In Brandenburg hingegen könnten die Stromnetzentgelte laut Verivox um rund 1 Prozent sinken, was einer Ersparnis von etwa 4 Euro entspräche.
Die Netzentgelte machen beim Strom etwa ein Viertel des Gesamtpreises aus, beim Gas rund ein Fünftel, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft angibt. Über sie wird unter anderem der Ausbau der Stromnetze finanziert.
Darum steigen die Netzentgelte
Ein Grund für den Anstieg ist die Kürzung des jährlichen Bundeszuschusses zu den Übertragungsnetzkosten: Er sinkt 2027 um knapp eine Milliarde Euro auf 5,525 Milliarden Euro. Die Kosten der Übertragungsnetzbetreiber werden an die Betreiber der niedrigeren Netzebenen weitergegeben und landen schließlich auf den Stromrechnungen der Verbraucher.
Bei Gas rechnet Verivox wegen gestiegener Großhandelspreise infolge des Iran-Kriegs insgesamt mit höheren Preisen. Beim Strom hänge es davon ab, inwieweit Versorger gestiegene Beschaffungskosten noch ausgleichen könnten.