Mehrere Platzverweise und eine Anzeige

Gaffer schockieren Polizei – einer treibt es auf die Spitze


01.03.2026 – 13:58 UhrLesedauer: 1 Min.

Polizei und Rettungsdienst (Symbolbild): In Memmingen störten Schaulustige einen Einsatz. (Quelle: Jens Kalaene)

In einem Wohngebiet gerät ein Mann in Not und muss gerettet werden. Was die Polizei entsetzt: Vor Ort versammeln sich zahlreiche Schaulustige. Einer ist besonders dreist.

In der bayerischen 44.000-Einwohner-Stadt Memmingen haben Einsatzkräfte um das Leben eines Mannes gekämpft – und wurden dabei von zahlreichen Gaffern gestört.

Wie die Beamten mitteilten, fand der Einsatz am Samstagabend gegen 21.30 Uhr in einem Mehrfamilienhaus statt. Ein Mann hatte in einer Wohnung einen medizinischen Notfall erlitten. Der 44-Jährige musste reanimiert werden.

Noch während die Wiederbelebungsmaßnahmen liefen, brachten Feuerwehr und Rettungsdienst den Mann aus dem dritten Stock nach draußen. Vor Ort kamen laut Polizei Gaffer und Schaulustige zusammen. Polizeibeamte hätten ihnen Platzverweise erteilen müssen, hieß es.

Einen Senior schreckte das nicht ab. Obwohl die Beamten ihn mehrfach lautstark aufgefordert hätten, das Filmen einzustellen, habe der 67-Jährige von seinem Balkon aus weiter draufgehalten, teilten die Beamten mit.

Deshalb sichteten die Polizisten nach dem Rettungseinsatz die Aufnahmen des Mannes. Dabei stellten sie fest, dass er sogar an das Opfer herangezoomt hatte.

Den 67-Jährigen erwartet nun eine Anzeige wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen. Die Einsatzkräfte appellierten unterdessen: Rettungseinsätze seien kein Spektakel – und schon gar kein Motiv für Nahaufnahmen.

Wie es dem 44-jährigen Patienten geht, konnten die Beamten am Sonntag nicht sagen.

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