Terroranschlag auf CSD Berlin

Gab es einen zweiten Täter?


26.07.2026 – 17:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Tatfahrzeug im Berliner Tiergarten: Ermittler untersuchen den Van der Marke Citroën SpaceTourer. (Quelle: REUTERS/Christian Mang)

Wer ist verantwortlich für den Terror von Berlin? Die Ermittler prüfen, ob zwei Täter den Anschlag auf den CSD verübt haben.

Handelte Abdul Ballout wirklich allein? Die Polizei schließt nach dem Terroranschlag auf den Christopher Street Days (CSD) in Berlin am Samstagabend weiterhin nicht aus, dass es einen zweiten Täter gab. Möglicherweise handelt es sich um einen Mann, den die Polizei schon seit Samstagnacht in Gewahrsam hat.

Der rbb meldete am Sonntag zunächst, dass es in der Nacht eine Festnahme gegeben habe. Nach Informationen des Senders handelt es sich dabei um einen Mann mit iranischer Staatsbürgerschaft. Bis zum Sonntagnachmittag war demnach aber unklar, ob der Mann mit im Tatfahrzeug saß. Dem ARD-Terrorismusexperten Holger Schmidt zufolge befindet sich der Mann aber noch in Polizeigewahrsam.

Schon in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung schrieben Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntagmorgen, dass nach der Tat „eine oder mehrere Personen“ aus dem Fahrzeug geflüchtet seien, das am Rande des CSD in eine Menschenmenge gesteuert worden war.

Polizei: Weiterhin „Ermittlungshypothese“

Polizeisprecher Florian Nath bestätigte am Sonntagnachmittag allgemein: „Wir haben immer noch die Ermittlungshypothese, dass es nicht nur ein Tatverdächtiger sein könnte.“ Man habe „mehrere Personen, die wir natürlich im Zusammenhang mit dieser ganzen Tat befragt haben, die wir auch teilweise im Gewahrsam hatten, die wir im Gewahrsam haben“. Es stehe nicht fest, ob es sich dabei um Personen „mit einem Tatverdachtsgrad“ handle.

„Wir müssen diesen Personen aber konkrete Tatverdachtsmomente zuordnen“, sagte Nath. „Wenn wir das nicht können, dann sind diese Personen nach Ablauf von 48 Stunden zu entlassen.“ Da könne man nicht mutmaßen oder mit Spekulationen durch die Gegend laufen.

Man sei „die ganze Zeit dabei, Spuren zu analysieren und dann tatsächlich auch diese Spuren aneinanderzulegen, um nachher ein komplettes Tatbild, einen Tathergang rekonstruieren zu können und den dann auch gerichtsfest beweisen zu können“, sagte Nath. Bei dem Angriff kam nach Angaben der Polizei auch eine Machete zum Einsatz. Konkretere Angaben dazu machten die Ermittler an Sonntag aber nicht.

Fahrzeug wird „akribisch untersucht“

Das Fahrzeug wird Polizeisprecher Nath zufolge von einem Unfallgutachter „ganz akribisch untersucht“. Der „Tagesspiegel“ erfuhr am Sonntagmorgen aus Sicherheitskreisen, dass im Tatfahrzeug auch der Airbag auf der Beifahrerseite ausgelöst hatte. Das könnte auf einen zweiten Täter hindeuten. Allerdings muss es das nicht: In einigen Autos lösen immer beide Airbags aus und nicht nur der Airbag für den Platz, der auch besetzt ist. Laut „Tagesspiegel“ prüfen die Ermittler deshalb, wie das bei dem Tatfahrzeug ist.

Der CSD in Berlin war am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto gegen 22 Uhr am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren ist. Eine Frau wurde getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Ihr Zustand ist nach Angaben der Polizei vom Nachmittag nicht mehr lebensbedrohlich. Abdul Ballout ist weiter auf der Flucht.

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