Jochen Ott, Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahlen in NRW im kommenden Jahr. (Quelle: IMAGO/Revierfoto)

Auch in der Union stellt man sich inzwischen mit wachsender Spannung die Frage, wie die im Herbst anstehenden schwarz-roten Großreformen bei Rente und Steuer bei der SPD-Basis ankommen werden, wie aus Gesprächen hervorgeht.

Der SPD-Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl im April 2027, Jochen Ott, meint, selbstverständlich werde überall im Land über die Performance der Bundesregierung und auch des SPD-Teils diskutiert. Personaldebatten würden in der jetzigen Situation aber nicht wirklich weiterhelfen.

Doch was passiert nach den Wahlen im Herbst? Für den nicht ausgeschlossenen Fall eines desaströsen Ausgangs einer oder mehrerer der drei Wahlen scheint ein Wechsel an der Spitze nicht ausgeschlossen, wie es Medienberichte und manche Äußerungen nahelegen.

Bei zwölf Prozent festgetackert?

Bundesweit sind die Sozialdemokraten schon im Frühjahr bei für sie als desaströs wahrgenommenen zwölf Prozent angelangt und scheinen seitdem dort fast wie festgetackert. Das ist weit hinter der AfD, auch hinter der Union, auch etwas hinter den Grünen, während die Linke in etwa auf SPD-Niveau aufholen konnte.

Schon 2019 waren es für die SPD bei Forsa einmal nur elf Prozent. Damals hatte gerade Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles nach schlimmen Wahlniederlagen und parteiinterner Demontage hingeschmissen. Die altehrwürdige Partei stand ohne Plan da. Doch ein Verschwinden der SPD in der Bedeutungslosigkeit hätten damals 59 Prozent der Deutschen bedauert.

Wie die SPD in Wahl-Ländern dasteht

Während die SPD in Sachsen-Anhalt heute mit Werten zwischen fünf und sieben Prozent ums parlamentarische Überleben kämpft und fürchtet, dass viele zur Verhinderung eines AfD-Triumphs CDU wählen könnten, hofft sie in Mecklenburg-Vorpommern auf einen Sieg. Die Zugkraft ihrer Spitzenfrau könnte die Genossen so ordentlich abschneiden lassen, dass es Manuela Schwesig nach der Wahl am 20. September wieder in die Schweriner Staatskanzlei schafft.

Manuela Schwesig, SPD-Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern: Die 52-Jährige ist eine der letzten Hoffnungen der Sozialdemokraten. (Quelle: IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler)

In Berlin hat Spitzenkandidat Steffen Krach hingegen einen schweren Stand, auch wenn sein Gesicht nach dem Start der Wahlkampfplakatierung in der Hauptstadt am Sonntag vielleicht etwas bekannter werden dürfte. In den Umfragen liegt seine Partei mit 12 bis 13 Prozent deutlich hinter Linken, CDU, AfD und Grünen. Auftritte von Bärbel Bas und Lars Klingbeil sind in Berlin nicht geplant, in Sachsen-Anhalt dagegen schon.

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