AfD holt Direktmandat
Wahlpanne in Berlin: Fünf Abgeordnete verlieren Sitze
Aktualisiert am 02.10.2026 – 16:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Berliner Abgeordnetenhaus wird es weniger Sitze geben als zunächst erwartet. Grund dafür ist eine Korrektur des vorläufigen Wahlergebnisses in Spandau.
Das Berliner Abgeordnetenhaus wird kleiner als zunächst angenommen. Nach einer Korrektur des vorläufigen Wahlergebnisses in Spandau wird das Parlament in der Hauptstadt voraussichtlich 153 statt 158 Abgeordnete umfassen.
Bei der Überprüfung der Wahlergebnisse ist ein Fehler bei der Übermittlung aus dem Spandauer Wahlkreis 1 aufgefallen. Das Direktmandat geht demnach nicht an die CDU-Kandidatin Bettina Meißner, sondern an den AfD-Bewerber Tommy Tabor. Das bestätigte die Spandauer Bezirkswahlleiterin Katrin Zickert am Freitag dem rbb.
Falsche Übermittlung am Telefon
Nach bisherigen Erkenntnissen war die Stimmenauszählung am Wahlabend korrekt. Das Ergebnis wurde anschließend jedoch telefonisch falsch übermittelt. Die Korrektur wirkt sich auch auf die Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus aus. Insgesamt wurden wohl 118 Stimmen fehlerhaft weitergegeben. Wegen der veränderten Zahl der Überhang- und Ausgleichsmandate wird das Parlament nach Angaben von Landeswahlleiter Stephan Bröchler künftig voraussichtlich fünf Sitze weniger haben.
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Welche Abgeordneten dadurch ihren zunächst angenommenen Sitz verlieren, wird derzeit noch berechnet. Bröchler rechnet damit, dass die Namen am frühen Freitagnachmittag feststehen.
Auswirkungen auf Koalitionsbildung
Die neue Sitzverteilung hat auch Auswirkungen auf die Mehrheitsverhältnisse im Parlament. Nach dpa-Information verlieren CDU, Grüne und SPD jeweils einen Sitz, die Linkspartei zwei. Eine mögliche Mehrheit für ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD wird damit knapper. Auch für andere Koalitionsmodelle verschieben sich die rechnerischen Mehrheiten.
Noch seien die Daten aber nicht in Stein gemeißelt, betont Landeswahlleiter Stephan Bröchler. „Es gilt immer unter dem Vorbehalt, dass das der Landeswahlausschuss noch beschließen wird, also auch die Aussagen zur Sitzverteilung.“ Dessen Sitzung ist für den 12. Oktober vorgesehen.