Skandal am Mount Everest

Führer sollen Bergsteiger vergiftet haben


01.04.2026 – 15:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Kletterer auf dem Mount Everest (Symbolbild): Es soll um umgerechnet 17 Millionen Euro gehen. (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)

Ein Millionen-Skandal erschüttert Nepal: Bergsteiger sollen systematisch zu Rettungsflügen gedrängt worden sein. Wenn es nicht reichte, den Touristen Angst zu machen, wurden die Methoden härter.

Am Mount Everest lässt sich viel Geld verdienen, reiche Touristen greifen tief in die Tasche, um einmal auf dem 8.849 Meter hohen Gipfel des höchsten Bergs der Welt zu stehen. Doch nun erschüttert ein Betrugsfall das Vertrauen, das die Bergsteiger in ihre Bergführer haben müssen: In Nepal sollen sich Verantwortliche verschiedener Firmen systematisch Millionen erschlichen haben.

Es geht um teils unnötige oder mehrfach abgerechnete Rettungsflüge mit Helikoptern. In einigen Fällen sollen Bergsteiger sogar absichtlich vergiftet worden sein, um einen Rettungsflug nötig zu machen.

Unter anderem sollen einige Bergführer Touristen gezielt Angst gemacht haben. Manchen Bergsteigern sollen sie ein Medikament gegeben haben, das eigentlich zur Prophylaxe von Höhenkrankheit dient. Die Anwendung sei aber absichtlich falsch gewesen, sodass die Symptome der Höhenkrankheit gerade auftraten. Mindestens in einem Fall soll auch Backpulver ins Essen gemischt worden sein, sodass es Touristen schlecht ging.

Die Betrugsmethoden waren verschiedenen Berichten zufolge vielfältig: Einmal soll eine Rettungsorganisation vier per Helikopter ausgeflogenen Bergsteigern vier separate Hubschrauber-Flüge in Rechnung gestellt haben – obwohl sei alle an Bord nur eines einzigen Helikopters waren.

In einigen Fällen sollen die Bergsteiger auch am Betrug mitgewirkt haben: Wenn sie auf dem Rückweg müde wurden, soll ihnen vorgeschlagen worden sein, Krankheitssymptome vorzutäuschen und so einen Rettungsflug zu ergattern.

Wie die „Kathmandu Post“ berichtete, kamen 2018 erste Fälle ans Licht. Zuletzt habe die Polizei erneut umfangreiche Ermittlungen aufgenommen – und festgestellt, dass der Betrug mittlerweile sogar noch zugenommen habe.

Ende Januar wurden Berichten zufolge sechs Verdächtige festgenommen, Ende März schließlich 32 Verantwortliche angeklagt. Die Ermittler taxieren das Volumen des nun untersuchten Betrugs auf umgerechnet 17 Millionen Euro, es ist von einem koordinierten Vorgehen mit Beteiligung mehrerer Unternehmen die Rede. Insgesamt halten die Ermittler 300 mit Versicherungen abgerechnete Helikopterflüge für faul.

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