Verwickelt in Bundesliga-Skandal

„Waschechter Kölner“: FC-Torwart-Legende ist tot

15.07.2026 – 04:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Manfred Manglitz (Archivbild): Der Kölner hütete von 1969 bis 1971 das Tor des FC. (Quelle: imago)

Der Kölner Manfred Manglitz schrieb als FC-Torwart Bundesliga-Geschichte, dann stürzte er tief. Jetzt ist er mit 86 gestorben. Was ihm zum Verhängnis wurde.

Köln trauert um einen seiner bekanntesten Torhüter: Manfred Manglitz, „waschechter Kölner“ und einst Schlussmann des 1. FC Köln, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Das teilte sein ebenfalls langjähriger Verein MSV Duisburg mit. Der frühere Fußball-Nationaltorhüter und gebürtige Kölner starb am Montag nach kurzer, schwerer Krankheit.

Beim 1. FC Köln erlebte Manglitz die dramatischste Wendung seiner Laufbahn. 1971 geriet er als Torwart des FC in den Bundesliga-Skandal und wurde lebenslang gesperrt. Zwar folgte 1974 die Begnadigung, doch in die Bundesliga, in der er für den 1. FC Köln und den MSV Duisburg insgesamt 257 Spiele bestritten hatte, kehrte er nie wieder zurück.

Spitznamen „Cassius“ verdankte Manfred Manglitz Muhammed Ali

Dabei hatte sich Manglitz zuvor in die Geschichtsbücher der Liga eingetragen: Als erster Torhüter überhaupt erzielte er ein Bundesliga-Tor. Im Juni 1967 verwandelte er – damals noch im Trikot des MSV Duisburg – einen Elfmeter zum 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach. An diese Szene erinnerte sich der Kölner später im Interview mit „11Freunde“: „Zehn Minuten vor dem Ende bekamen wir dann einen Elfmeter, und das ganze Volk schrie ‚Cassius‘, weil es an diesem Tag eh nicht viel zu lachen hatte. Also bin ich Verrückter hin und habe den Elfer versenkt.“

Den Spitznamen „Cassius“ verdankte Manglitz seiner forschen Art – eine Anspielung auf den ebenso redegewandten Boxweltmeister Muhammad Ali, der früher Cassius Clay hieß. Sportlich hatte der Torwart schon früh Erfolg: 1964 wurde er mit dem MSV Duisburg Vizemeister.

Zwischen 1965 und 1970 gehörte Manglitz zum Kreis der Nationalmannschaft und stand bei der Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko im deutschen Aufgebot, ohne allerdings zum Einsatz zu kommen. Dass es am Ende nur vier Länderspiele wurden, führte er selbst auf seinen Charakter zurück: „Ich war immer jemand, der frank und frei seine Meinung gesagt hat. Immer ehrlich, aber auch an Stellen, an denen andere den Mund gehalten haben“, sagte er „11Freunde“. „Meine Art hat einigen nicht gepasst. Helmut Schön, der damalige Bundestrainer, war ein Sachse und ich ein waschechter Kölner – das konnte nicht gut gehen.“

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