„Meine Bewunderung nimmt nicht zu“

Merz reizt Trump schon wieder

Aktualisiert am 15.05.2026 – 15:18 UhrLesedauer: 2 Min.

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Friedrich Merz im Video: Der Bundeskanzler wählt deutliche Worte mit Blick auf die USA. (Quelle: t-online)

Friedrich Merz legt sich erneut mit US-Präsident Donald Trump an. Derweil kommt auch aus der Union Kritik am Kommunikationsstil des Kanzlers.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) würde seinen Kindern derzeit von einem Aufenthalt in den USA abraten. Grund sei das „gesellschaftliche Klima“, das sich in den Vereinigten Staaten „plötzlich“ entwickelt habe, sagte Merz am Freitag beim Deutschen Katholikentag in Würzburg. „Also ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten.“

Merz stellte sich beim Katholikentag in einer Diskussionsrunde den Fragen junger Menschen. Dabei betonte er mit Blick auf die USA: „Ich bin ein großer Bewunderer Amerikas, meine Bewunderung nimmt im Augenblick nicht zu.“

Dabei verwies er auch auf die Berufs- und Karrierechancen in den Vereinigten Staaten. „Die Frage, was gut ausgebildete junge Menschen erreichen können, die ist bis vor Jahr und Tag in Amerika noch ganz anders beantwortet worden als heute.“ Heute hätten „die Bestausgebildeten in Amerika große Schwierigkeiten, einen Job zu finden“.

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Der erklärte Transatlantiker Merz hat sich zuletzt mehrfach von den USA und insbesondere von der Politik der Regierung von Präsident Donald Trump distanziert. So warf er Washington vor, „offensichtlich keine Strategie“ im Iran-Krieg zu haben, und sagte mit Blick auf die US-Verhandlungen mit Teheran, da werde „eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung“. Auch dieses Zitat fiel spontan in einer Runde mit Schülerinnen und Schülern.

Trump reagierte erbost auf die Äußerungen des Kanzlers und warf diesem vor, er wisse nicht, wovon er rede. Der Präsident machte wiederholt klar, dass er sich von Deutschland und anderen Nato-Verbündeten nicht ausreichend unterstützt fühlte. Anfang Mai kündigte er dann den Rückzug Tausender US-Soldaten aus Deutschland an.

Merz telefoniert mit Trump zu Iran

Doch hatte Merz‘ Kommunikationsstil hatte mehrfach Kritik hervorgerufen. Zuletzt auch in der eigenen Partei. So recherchierte die renommierte „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ im Umfeld des Kanzlers detailliert das Scheitern der sogenannten Entlastungsprämie im Bundesrat.

Weder Merz noch seine Vertraute wie Kanzleramtschef Torsten Frei (CDU) hätten demnach auf ablehnende Signale reagiert. Ein CDU-Mann beschrieb den Führungsstil des Kanzlers in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit den Worten: „Friedrich Merz führt die CDU wie einen Konzern. Die Ministerpräsidenten sind aber keine Abteilungsleiter, die er austauschen kann. Es sind Machtzentren, die aus dem Kanzleramt eingebunden werden müssten.“

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