Da ist er wieder, der Mann, den sie in der CDU eigentlich so toll finden. Den sie vor vier Jahren zu ihrem Chef gemacht haben, weil er Deutschland wieder flott machen wollte, und der ihnen auch jetzt, in diesem Moment zu imponieren scheint, wenn er weiter mit erhobener Stimme ausführt: „Ich möchte aufbauen und mich nicht von Pessimismus, Fatalismus und Denkfaulheit herunterziehen lassen. Dafür haben wir keine Zeit, das ist Zeitverschwendung! Wir sind die Partei der Optimisten, der Anpacker, wir sind die Partei, die sich der Zukunft zuwendet!“

Es ist ein nicht ganz neuer Ton, den Merz hier anschlägt, und doch ein seit dem Bundestagswahlkampf fast vergessener. Ach ja, der Mann ist ja gar nicht „nur“ Kanzler. Er ist auch noch Parteichef. Und er hat’s, so wirkt es zumindest auf viele Delegierte, noch immer genug drauf. Der Funke, den CDU-Generalsekretär Carsten Linnemnann vortags noch beschworen hatte, er springt über auf die harmoniebedürftigen Parteigänger.

Auch Angela Merkel, die Altkanzlerin, die sich mit Merz so überkreuzte, dass den beiden bis heute kein gutes Verhältnis nachgesagt wird, spendet ihrem Nachnachfolger im Kanzleramt in diesem Moment Beifall. Was soll sie auch sonst tun, sitzt sie schließlich in der ersten Reihe, wird wie keine Zweite im Saal beäugt. Lacht sie? Zucken ihre Mundwinkel? Gerade weil sie keine eigene Rede hält, sondern einfach nur da ist, richten sich zu Beginn die Blicke auf sie.

Sie ist kaum wegen Merz hier, das zeigt sich auch während der knappen Begrüßung ganz am Anfang: ein kurzes Händeschütteln, zwei, drei Worte. Ein echtes Lächeln hat Merz für sie nicht übrig. Vielmehr, so heißt es in Kreisen der Partei, sei sie wegen Manuel Hagel, des CDU-Spitzenmanns für die Baden-Württemberg-Wahl, nach Stuttgart gekommen – weil wiederum Annette Schavan, mit der Merkel bis heute befreundet ist, für Hagel bei Merkel geworben habe.

Share.
Exit mobile version