Zimmermann ließ das nicht gelten: Der Krieg habe schon drei Jahre getobt, als Merz ins Amt gekommen sei, entgegnete sie. Zur Auseinandersetzung zwischen dem ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump im Oval Office sei es erst im Februar 2025 gekommen, schoss Merz zurück. Das habe nicht nur bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Bundeskanzler lacht über eigene Rede
Gegenwind bekam Merz von Zimmermann auch, als es um das Reformpaket ging, das die Bundesregierung vor der Sommerpause beschlossen hat. Es gebe Wohlstandsverlust und Ängste in der Bevölkerung, konfrontierte die Journalistin den Bundeskanzler und wollte wissen: „Kommen weitere Entlastungen für die Bürger?“ Man wolle eine Steuerreform beschließen, die untere und mittlere Einkommen entlaste, antwortete Merz. „Daraus ist ja nicht so sehr viel geworden“, entgegnete Zimmermann.
Der Bundeskanzler ließ das so nicht stehen: Die Regierung habe die Reformen noch nicht einmal verabschiedet, „und schon steht das Urteil der Medien fest“, beklagte Merz. Wo genau entlastet werde, zeige sich nach der Verabschiedung der Reformen. Man sei derzeit dabei, die sozialen Sicherungssysteme bei sehr angespannter finanzieller Lage zukunftsfest zu machen. Dabei werde nachgeholt, was über Jahrzehnte versäumt worden sei, so der CDU-Chef. „Dass das nicht immer nur angenehm ist, dass das zum Teil schmerzhaft ist, ja das gehört dazu“, erklärte er. „Aber das ist unsere Verantwortung.“
Mit unbequemen Fakten konfrontierte die Moderatorin den Bundeskanzler auch mit Blick auf seine Beliebtheit. Er trete in den Augen vieler Menschen, „relativ harsch auf“, sagte Zimmermann und zeigte Merz einen Ausschnitt aus seiner Rede beim NRW-Landesparteitag der CDU. Darin sagt der Kanzler: „Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler, empörte Berufskritiker: Wegtreten!“ Merz reagierte angesichts des Videos mit einem Lachen. Zimmermann wollte trotzdem wissen: „Warum so ruppig im Ton?“

Merz beschwert sich über einseitige Darstellung
Das Video zeige einen unvollständigen Auszug aus seiner Rede, erklärte Merz. Er habe diese Worte gewählt, um zu veranschaulichen, wie man die Lage unfreundlich kommentieren könne, nachdem er unmittelbar zuvor ein sehr freundliches Zitat vorgebracht habe, das im Videoausschnitt aber nicht zu sehen gewesen sei. Merz nutzte das Sommerinterview jedoch auch, um seinen Worten noch einmal Nachdruck zu verleihen: „Diese ewige Nörgelei, diese ewige Nölerei, dieses Schlechtreden, dieses Kaputtreden unseres Landes – ich darf mir das bei solchen Gelegenheiten auch mal erlauben – ich bin es einfach leid.“











