Gewalt auf St. Pauli

Opfer seit Monaten im Koma: Freispruch für Ex-Kampfsportler

19.03.2026 – 16:46 UhrLesedauer: 1 Min.

Anwesen im Gerichtssaal (Archivbild): Vom schwersten Vorwurf, einen 60-Jährigen dauerhaft in Koma geschlagen zu haben, wurde der Angeklagte freigesprochen. (Quelle: Marcus Brandt/dpa/dpa-bilder)

Ein Ex-MMA-Kämpfer stand nach einem Vorfall in einem Döner-Imbiss vor Gericht – das Opfer wird wohl dauerhaft pflegebedürftig sein. Warum der Angeklagte freigesprochen wurde.

Das Hamburger Amtsgericht hat einen 31-jährigen Ex-MMA-Kämpfer freigesprochen. Der Vorwurf lautete: Er soll einen 60-Jährigen ins Koma geschlagen haben. Wie eine Gerichtssprecherin nach der Urteilsverkündung mitteilte, habe eine Notwehrlage nicht ausgeschlossen werden können.

Der Vorfall ereignete sich im August 2025 in der Paul-Roosen-Straße auf St. Pauli. Dem Gericht zufolge geriet der 31-Jährige im Außenbereich eines Döner-Imbisses mit dem 60-Jährigen in Streit. Auslöser war das Rauchen des 60-Jährigen während des Essens.

Als der Angeklagte ins Innere des Imbisses gegangen sei, um dort seinen Döner weiter zu essen, sei ihm der 60-Jährige gefolgt. Er habe den 31-Jährigen beleidigt und mit dem Finger gedroht. Laut Zeugen war der ältere Mann alkoholisiert. Nach eigenen Angaben habe der Kampfsportler den Mann daraufhin weggestoßen. Zeugen berichteten von einem Schlag mit der flachen Hand ins Gesicht.

Nach Gerichtsangaben erlitt der 60-Jährige ein Schädel-Hirn-Trauma mit multiplen Blutungen. Er liegt weiterhin im Koma. Den Angaben zufolge werde er dauerhaft pflegebedürftig sein.

In zwei weiteren Fällen sprach das Gericht den 31-Jährigen schuldig. Es verurteilte ihn wegen Körperverletzungsdelikten zu einem Jahr und vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Im Oktober 2024 schlug er bei einem Parkplatzstreit zu. Laut Anklage habe er zudem im Dezember 2023 in einem Kampfsportcenter in Bergedorf einen Mann geschlagen und verletzt.

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